Edition der französischen Korrespondenzen des Westfälischen Friedenskongresses (Mai bis Oktober 1648)
Zusammenfassung der Projektergebnisse
Gegenstand der Edition in der Reihe der Korrespondenzen innerhalb der »Acta Pacis Westphalicae« (APW) sind insgesamt 220 Schreiben, die zwischen den französischen Diplomaten in Westfalen und dem Pariser Hof von Mai bis Oktober 1648 gewechselt wurden. Die bislang gar nicht oder kaum in der Forschung berücksichtigten Briefe werden in der Edition verfügbar gemacht. Sie betreffen die dramatischen letzten Monate bis zum Friedensschluss vom 24. Oktober 1648 und schließen mit der Nachricht vom folgenden Tag an die Königinmutter Anna, dass hierbei die französischen Interessen und die Würde des Königs in besonderer Weise geschützt wurden. Die editorische Arbeit besteht erstens zu einem großen Teil darin, die Zusammenhänge der in den Briefen erwähnten Ereignisse und Personen für die Forschung zu erschließen. Dies geschieht in Inhaltsregesten und Personal-, Orts- und Sachanmerkungen, für die v.a. in den Pariser Archiven und Bibliotheken (insbesondere Archives du Ministère des Affaires Étrangères, Bibliothèque de l’Assemblée Nationale, Bibliothèque Nationale de France, Bibliothèque Mazarine) recherchiert wurde. Zweitens werden die Befunde der Quellen in einer ausführlichen Einleitung präsentiert. Sie werden in den ereignisgeschichtlichen Kontext des Kriegsgeschehens und des Kongresses eingeordnet, die politischen Vorstellungen und Handlungen und die personelle Zusammensetzung der französischen Gesandtschaft wird vorgestellt. Drittens werden die Quellen durch ein Register der Verhandlungsakten und ein chronologisches Register ergänzt. Schließlich werden die Quellen für die Nutzerinnen und Nutzer der Edition durch ein stark untergliedertes thematisches Register erschlossen, mit dem viele unterschiedliche Forschungsperspektiven ermöglicht werden. Die Edition bietet einerseits relevante Grundlagen für die Erforschung des Kongressgeschehens insgesamt, insbesondere für die letzten Monate: die beherrschenden Themen der Verhandlungen, die sich ändernden Verfahrensweisen und die Verhältnisse der Akteure zueinander. Zugleich aber bietet der Briefwechsel einmalig dichte Einblicke in die höfische Gesellschaft Frankreichs und die Politik des beginnenden Zeitalters Ludwigs XIV. (1638-1715) unter dem leitenden Minister Jules Mazarin.
Projektbezogene Publikationen (Auswahl)
-
Der Westfälische Frieden als Chiffre der Hoffnung: Zum 60-jährigen Jubiläum der Acta Pacis Westphalicae (1962-2022). In: Hoffnung handeln – L'espérance en action, 24/10/2022
Katharina Stuhldreher & Michael Rohrschneider
-
Friedenshoffnungen verhandeln 1648. In: Hoffnung handeln – L'espérance en action, 15/05/2022
Albert Schirrmeister
-
Die französischen Korrespondenzen in den Acta Pacis Westphalicae. Zwischen Bilanz und Perspektiven. In: Francia 50 (2023), S. 347– 366
Michael Rohrschneider & Albert Schirrmeister
-
Hoffen und Handeln in den Zeitungsberichten zum Westfälischen Friedenskongress. In: Hoffnung handeln – L'espérance en action, 15/10/2022
Jonas Bechtold
-
„Wenn man von Krieg und Frieden spricht, so ist Verhandeln immer schon Hoffnung“ – ein Interview mit Prof. Dr. Anuschka Tischer. In: Hoffnung handeln – L'espérance en action, 15/02/2023
Anuschka Tischer
-
Agir avec des informations : la correspondance diplomatique d’Abel Servien en 1648 au congrès de Westphalie. Le Temps des médias, n° 43(2), 171-187.
Schirrmeister, Albert
