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Alternative Rationalitäten und esoterische Praktiken in globaler Perspektive

Fachliche Zuordnung Religionswissenschaft und Judaistik
Ethnologie und Europäische Ethnologie
Grundlagen des Rechts und der Rechtswissenschaft
Förderung Förderung seit 2021
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 491072807
 
Die Kolleg-Forschungsgruppe (KFG) untersucht auch im 2.FA (2026–30) Praktiken, die in unterschiedlichen Kontexten als „esoterisch“ markiert und in Relation zu hegemonialen Rationalitätsvorstellungen verhandelt werden. Im 1.FA (2022–26) wurde ein interdisziplinärer Forschungsraum an Schnittstellen der Religionswissenschaft, Ethnologie und Area Studies etabliert, unter Einbezug weiterer Disziplinen. Mit dem Begriff „esoterisch“ verbunden betrachtete die KFG im 1.FA weltweit Praktiken zur Vorhersage, Kontrolle und Transformation kontingenter Lebensereignisse, z.B. Divination, spirituelle Heilverfahren und Interaktionen mit immateriellen Akteur*innen. Im 2. FA erfolgen begleitet von einem Generationenwechsel Erweiterungen (1.FA PIs Lackner/Müller/Nehring, 2.FA Maltese/Müller/Pils): Die praxeologische Ausrichtung fortführend liegt der Fokus fortan auf den situierten und global verflochtenen Markierungs- und Grenzziehungspraktiken selbst, in denen Praktiken als esoterisch identifiziert, legitimiert oder delegitimiert werden. Sie umfassen u.a. Zuschreibungen, Übersetzungen und Re-Kontextualisierungen, die Praktiken als legitim, gefährlich, irrational oder alternativ rahmen. Ein Schwerpunkt liegt damit auf epistemischen Ordnungen, Machtasymmetrien, und der Situiertheit Forschender. Eine „analytische Doppelhelix“ verbindet heuristische Vergleichsperspektiven mit performativitätstheoretischen Zugängen. Kernziele sind die Etablierung eines methodologisch geschärften, empirisch fundierten und international sichtbaren Forschungsparadigmas zur Analyse alternativer Rationalitäten und esoterischer Praktiken als Aushandlungsprozesse epistemischer Ordnungen in globaler Perspektive und die Entwicklung eines nuancierten Blicks auf Deutungskämpfe „post-faktischer“ Kommunikationskrisen – sowie ein kontextsensitiver, interdisziplinär anschlussfähiger Analyserahmen, der Deutungskämpfe global erfasst. In der international geprägten Arbeit wurden kreative Interaktions-, Veranstaltungs- und Publikationsformen geschaffen, die nun erweitert werden. Die KFG begreift sich als ein Laboratorium kritischer Wissenschaftspraxis, das neue Kommunikationsformen über konventionelle (u.a. disziplinäre) Grenzen hinweg erprobt. Kollaboratives Schreiben, experimentelle Formate und ein von Vielfalt geprägtes Fellow-Programm sind zentral. Das Programm im 2.FA umfasst drei Forschungsstreams: (1) institutionspolitische und rechtliche Konfigurationen, (2) Konfigurationen gesellschaftlicher und medialer Repräsentationen, (3) Konfigurationen von Wirksamkeitserfahrung. Diese strukturieren die komparative Arbeit an empirischen Studien, verbunden mit neuen Veranstaltungsformaten. Eine weitere Neuerung ist der Einbezug rechtswissenschaftlicher Perspektiven, die normative Spannungsfelder hinsichtlich esoterisch markierter Praktiken betrachten. Das Kernteam (PIs, Post-Docs) arbeitet mit Fellow-Kohorten und jährlich wiederkehrenden Permanent Fellows zusammen, ergänzt durch aktive Kooperationspartner.
DFG-Verfahren Kolleg-Forschungsgruppen
 
 

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