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Informationsfriktionen, Zentralbankkommunikation und Geldpolitik

Fachliche Zuordnung Wirtschaftspolitik, Angewandte Volkswirtschaftslehre
Förderung Förderung von 2022 bis 2024
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 495072044
 
Erstellungsjahr 2024

Zusammenfassung der Projektergebnisse

Dieses Forschungsprojekt untersucht wichtige Aspekte des wirtschaftlichen Verhaltens und der Geldpolitik, die bedeutende Auswirkungen auf die Kommunikationsstrategien von Zentralbanken, die Wirksamkeit monetärer Interventionen und die Formulierung optimaler Stabilisierungspolitiken haben. Die erste Studie untersucht die paradoxe Auswirkung von mehr Informationen in einer Wirtschaft, die durch nominale Starrheit gekennzeichnet ist. Während mehr Informationen zu einer besseren Koordination bei Preisentscheidungen führen können, könnten sie auch die Konjunkturschwankungen und Preisdifferenzen verstärken, was letztlich das soziale Wohlergehen verringern könnte. Diese Erkenntnis hat wichtige Implikationen für die Art und Weise, wie Zentralbanken mit der Öffentlichkeit kommunizieren und den gesellschaftlichen Nutzen neuer Informationstechnologien, wie z.B. KI, bewerten. Das zweite Papier befasst sich mit einem seit langem bestehenden Rätsel in der Volkswirtschaft: dem unverhältnismäßigen Einfluss der Geldpolitik auf langfristige Zinssätze, bekannt als „excess sensitivity“. Die Forschung zeigt, dass dieses Phänomen asymmetrisch ist, wobei eine geldpolitische Lockerung (d.h. Senkung der Zinsen) einen stärkeren Einfluss auf langfristige Zinssätze hat als eine Straffung der Geldpolitik (d.h. Erhöhung der Zinsen). Die Studie stellt ein neues Modell vor, das diese Asymmetrie durch die privaten Informationen der Zentralbank und die Unsicherheit der Öffentlichkeit über die Genauigkeit der politischen Signale erklärt. Die Ergebnisse legen nahe, dass eine Lockerung der Geldpolitik nicht immer die gewünschten Auswirkungen auf die wirtschaftliche Leistung hat und unterstreichen die Komplexität der Interventionen von Zentralbanken. Die dritte Studie untersucht erneut den optimalen Ansatz zur Preisstabilisierung in einer Multisektor-Wirtschaft und stellt die konventionelle Weisheit in Frage. Im Gegensatz zu traditionellen Modellen, die der Preisstabilität in Sektoren mit starreren Preisen Priorität einräumen, zeigt diese Forschung, dass Sektoren mit flexibleren Preisen bei der Stabilisierungspolitik weniger Aufmerksamkeit erhalten sollten, wenn Unternehmen bei der Verarbeitung von Informationen eingeschränkt sind (rationale Unaufmerksamkeit). Dieses kontraintuitive Ergebnis wird durch empirische Belege gestützt und legt nahe, dass die Zentralbanken ihre Strategien zur Preisstabilisierung überdenken sollten.

 
 

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