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Einfluss von Mechanismen der Item-Enkodierung auf das Assoziationsgedächtnis in jungen und älteren Erwachsenen

Fachliche Zuordnung Entwicklungspsychologie und Pädagogische Psychologie
Förderung Förderung von 2022 bis 2025
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 497854939
 
Erstellungsjahr 2025

Zusammenfassung der Projektergebnisse

Die Haupthypothese des Projektes war, dass sich ältere Erwachsene während der episodischen Gedächtniskodierung stärker auf itemspezifische Details konzentrieren als auf das mentale Herstellen von Verbindungen zwischen Informationseinheiten. Dies führt zu einer schwächeren Enkodierung von Assoziationen und damit zum altersbedingten Defizit im assoziativen Gedächtnis. Um dies zu testen, manipulierten wir in vier Studien die Schwierigkeit der Verarbeitung von Iteminformationen in Paarlernaufgaben und testeten die Auswirkungen auf das Item- und Assoziationsgedächtnis bei jungen und älteren Erwachsenen. In Studie 1 manipulierten wir die visuelle Komplexität von Objekten. Während ereigniskorrelierte Potentiale neuronale Muster zeigten, die mit der Verarbeitung von Reizkomplexität zusammenhängen (Experiment 1), erhöhte eine höhere Reizkomplexität das Ausmaß des altersbedingten assoziativen Gedächtnisdefizits nicht (Experiment 2). In Studie 2 wurde die Hälfte der Teilnehmenden 24 Stunden vor einer assoziativen Gedächtnisaufgabe mit einem Stimulus jedes Paares vertraut gemacht. Stimulusvertrautheit verbesserte das Item-Gedächtnis beider Altersgruppen, hatte jedoch keinen Einfluss auf das Ausmaß des altersbedingten Assoziationsgedächtnisdefizits. Die Analyse des EEG, welches während der Aufgabe aufgezeichnet wurde, war zum Zeitpunkt des Abschlussberichts noch nicht abgeschlossen. In Studie 3 manipulierten wir Reizpräsentationszeiten, wodurch das Ausmaß, in dem visuelle Iteminformationen fokussiert werden konnten, begrenzt wurde, während die Gesamtenkodierungszeit konstant gehalten wurde. Zwei Experimente zeigten, dass die Reizpräsentationszeiten das Assoziationsgedächtnisdefizit älterer Erwachsener nicht beeinflussten. In Studie 4 manipulierten wir die Schwierigkeit der Itemverarbeitung, indem wir Wort- Farb-Paare entweder in der Muttersprache oder in einer Fremdsprache (Deutsch) von jungen und älteren Italienisch-Muttersprachlern präsentierten. In einer intentionalen Enkodierungsbedingung wurde das assoziative Gedächtnisdefizit älterer Erwachsener in der Fremdsprache verstärkt, was die Projekthypothese stützt. Eine explorative Analyse zeigte jedoch, dass dieses Muster möglicherweise auf die höheren Fremdsprachenkenntnissen der älteren Erwachsenen und nicht auf Alterseffekte zurückzuführen sind. In Studie 4 fanden wir zudem, dass ältere Erwachsene weniger von Strategieinstruktionen profitierten und dass der Strategienutzen in der Fremdsprache geringer war. Zusammengefasst fanden wir keine (Studie 1-3) oder nur begrenzte (Studie 4) Evidenz für die Projekthypothese, dass ein Itemverarbeitungsfokus auf Kosten des assoziativen Gedächtnisses zum relativen altersbedingten assoziativen Gedächtnisdefizit beiträgt. Da in allen Studien vertraute, bedeutungsvolle Stimuli verwendet wurden, ist unklar, ob diese Ergebnisse auf Aufgaben generalisierbar sind, bei denen eine Kompensation durch intakte semantische Prozesse älterer Erwachsener nicht möglich ist.

Projektbezogene Publikationen (Auswahl)

 
 

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