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Innovative Analysemethoden in der Bildgebung des Urothelkarzinoms des oberen Harntrakts (UTUC): Radiomics, Radiogenomics und Etablierung eines neuen Prognoseinstruments für die systemische Behandlung des UTUC

Antragsteller Dr. Lennert Eismann
Fachliche Zuordnung Reproduktionsmedizin, Urologie
Förderung Förderung von 2022 bis 2023
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 503318851
 
Erstellungsjahr 2024

Zusammenfassung der Projektergebnisse

Urothelkarzinome des oberen Harntrakts (UTUC) stellen seltene Tumore dar, die bis zu 10% aller Nierentumore ausmachen. Die Resektion der Niere, des Harnleiters und einer Blasenmanschette (RNU) gilt als Goldstandard der Therapie der high-risk UTUC. Trotz dieser aggressiven Therapie erleiden 47% der Patienten ein Rezidiv, was die Notwendigkeit einer perioperativen Systemtherapie unterstreicht. Aufgrund des iatrogenen Verlusts von gesundem Nierengewebe ist eine adjuvante Chemotherapie oft nicht möglich, wodurch der neoadjuvanten Chemotherapie (NAC) eine entscheidende Rolle zukommt. Radiomics, eine innovative Bildgebungsanalyse, könnte präoperative Biomarker liefern, um Patienten zu identifizieren, die von einer NAC profitieren. Am Memorial Sloan Kettering Cancer Center (MSKCC) wurden 92 Patienten mit einer Chemotherapie vor RNU behandelt und zeigten eine pathologische Ansprechrate von 58%. In diesen Fällen wurden von zwei unabhängigen Befundern eine Tumorsegmentation durchgeführt und zeigten in 67% (1.132/1.690) aller Radiomischen Features (RF) eine hohe Interreader-Konkordanz. Diese robusten RFs wurden mittels Machine-Learning-Modellen auf ihren prädiktiven Wert untersucht. In drei unterschiedlichen Modellen wurden AUC-Werte von 0.65; 0.61 and 0.74 berechnet. Die unterschiedlichen Modelle verwendeten hierbei dieselben RFs, was nahelegt, dass diese einen wahren prädiktiven Wert besitzen. Weiterhin wurde die zytoreduktive Nephrektomie bei Patienten mit Nierenzellkarzinom (RCC) unter Systemtherapie untersucht. Es wurde gezeigt, dass eine Nephrektomie nach Immun- oder Tyrosinkinase-Inhibitoren-Therapie kein erhöhtes Komplikationsrisiko birgt. Wir haben festgestellt, dass die aktive Überwachung nach der konsolidierenden Nephrektomie die Lebensqualität verbessern kann, ohne die onkologischen Ergebnisse bei ausgewählten Patienten zu beeinträchtigen. Um grundlegend das Ansprechen auf eine Immuntherapie zu verstehen, untersuchten wir Patienten mit außergewöhnlichem Therapieansprechen und konnten intratumoröse Immunzellpopulationen identifizieren, darunter CD8+ zytotoxische T-Zellen, CD4+ naive und Resident-CD8+ Zellen. Des Weiteren werden Transcriptomics als individuelle Biomarker für systemische Therapien verwendet, wobei wir in einer Post-hoc-Analyse eine Variabilität in der Genexpression zwischen Primär- und Metastasengewebe zeigten konnten. In Bezug auf nicht-klarzellige Nierenzellkarzinome wurden Patienten mit loco-regionären Lymphknotenbefall untersucht. Es wurde festgestellt, dass 25% der Patienten nach Nephrektomie mit Lymphadenektomie keinen Progress aufwiesen. Eine Salvage-Lymphknotendissektion bei metachronen Lymphknotenmetastasen/Rezidiven führte ebenfalls zu guten onkologischen Ergebnissen. Genetische Untersuchungen zeigten vermehrte Mutationen in SETD2, TP53, B2M und NF2 bei Patienten mit synchronen Lymphknotenmetastasen sowie eine höhere Tumor-Mutationslast.

Projektbezogene Publikationen (Auswahl)

 
 

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