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Die Wässerwiesen im Einzugsgebiet der Wiesent (Nördliche Frankenalb) in ihrer historischen Dimension. Eine Blaupause für agrarisch geprägte Auensysteme?

Fachliche Zuordnung Physische Geographie
Frühneuzeitliche Geschichte
Humangeographie
Mittelalterliche Geschichte
Förderung Förderung seit 2023
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 509913780
 
Die Wässerwiesen im Einzugsgebiet der Wiesent (Nördliche Frankenalb) in ihrer historischen Dimension. Eine Blaupause für agrarisch geprägte Auensysteme? Erste Ergebnisse des Projekts Evolution of a human-dominated floodplain system: The Wiesent River System in the Northern Franconian Alb (Main catchment) in Early Middle Ages to Early Modern Times der ersten Förderperiode haben gezeigt, dass die aus früheren Forschungen an der Aufseß bekannte Sedimentationsdynamik sich auch im weiteren Einzugsgebietes der Wiesent wiederfindet. Im Lauf des Mittelalters kam es zu einem einschneidenden Wandel und einer bis zu 3 m mächtigen Auensedimentation. Die Sedimente des Wiesent-Einzugsgebiets zeigen eine erstaunliche Homogenität. Wir vermuten einen Zusammenhang mit der Landnutzung mittels Wässerwiesen, die sich weit verbreitet in den Landschaftsrelikten zu erkennen geben. Wir haben damit einen Ansatzpunkt, das Phänomen der Wässerwiesen bis in das Mittelalter und die frühe Neuzeit zurück zu verfolgen. Trotz schriftlicher Belege aus dem Mittelalter wird in der aktuellen Forschung Wiesenwässerung als eine Landnutzung des 16. bis 19. Jahrhunderts gesehen. Ziel ist es, am Beispiel der Wiesent und seiner Zuflüsse, die wir in der ersten Förderphase als agrarisch geprägte Landschaft mit einer Einbettung der Aue in die Kulturlandschaft zu begreifen gelernt haben, die vormoderne Wiesenwässerung genauer zu charakterisieren und in ihrer Bedeutung für die Agrarsysteme zu begreifen. Unsere genaue Kenntnis der Landschaft und ihrer Quellen, sowie die Datenbasis aus der ersten Förderphase erlauben es uns im nun um das untere Wiesenttal und die dortigen Wässerwiesen des UNESCO Intangible Heritage erweiterten Arbeitsgebiet erstmals eine historische Dimension für die Wässerwiesen zu gewinnen. Damit trägt das Projekt zum Gesamtthema des Schwerpunktprogramms bei, indem es sich auf die landwirtschaftliche Nutzung als Hauptfaktor des anthropogenen Einflusses auf Flusslandschaften konzentriert. Die Fokussierung auf die Interaktion der Aue mit den angrenzenden landwirtschaftlichen Flächen sowie die interdisziplinäre Untersuchung der Wässerwiesen unter Einbeziehung der Geoarchäologie, Historischen Geographie und Archäologie ist innovativ und füllt eine Lücke. Daher kann das Projekt als vertiefte Analyse eingestuft werden. Aus einer vergleichenden Perspektive werden die unterschiedlichen Situationen im oberen und unteren Einzugsgebiet der Wiesent sowie in den umliegenden Landschaften gegenübergestellt. Auf der Ebene des Schwerpunktprogramms trägt das Projekt zu einer vergleichenden Modellbildung der Entwicklung einer anthropogenen Auenlandschaft bei.
DFG-Verfahren Schwerpunktprogramme
 
 

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