Zeitliche Zusammenhänge zwischen affektiven, physiologischen und dissoziativen Zuständen: Ein transdiagnostischer Ansatz
Klinische Psychiatrie, Psychotherapie und Kinder- und Jugendpsychiatrie
Zusammenfassung der Projektergebnisse
Dissoziation ist ein häufiges Phänomen, das ernsthafte Auswirkungen auf die psychische Gesundheit haben kann. Manchmal werden dissoziative Erfahrungen unvorteilhaft und störend, was sowohl für die Betroffenen als auch für das Gesundheitssystem große Probleme verursachen kann. Solche Erfahrungen treten bei vielen psychischen Erkrankungen auf, sind aber besonders häufig bei dissoziativen Störungen, (komplexer) posttraumatischer Belastungsstörung (PTBS) und der Borderline-Persönlichkeitsstörung. Einige Fachleute vermuten, dass Dissoziation Menschen dabei helfen könnte, mit überwältigenden Gefühlen umzugehen, indem sie belastende Emotionen verringert und den Körper beruhigt. Um herauszufinden, ob das stimmt, haben wir 88 Personen untersucht, die häufig dissoziative Erfahrungen machten und an dissoziativen Störungen, Borderline-Persönlichkeitsstörung oder PTBS litten. Wir haben sie mehrmals täglich zu ihren Gefühlen und dissoziativen Erlebnissen befragt und eine Woche lang kontinuierlich ihre Herzfrequenz im Alltag gemessen. Im Labor haben wir außerdem weitere Daten zu ihren Stressreaktionen gesammelt, darunter Hautleitfähigkeit (Schweißreaktion), Blutdruck und Stresshormonwerte während einer stressigen Aufgabe. Unsere Ergebnisse zeigten, dass Menschen sich in Momenten stärkerer Dissoziation auch häufiger negativ fühlten – sowohl im Alltag als auch im Labor. Allerdings konnten wir nicht feststellen, dass Dissoziation tatsächlich dazu beiträgt, diese negativen Gefühle zu verringern oder die körperlichen Stressreaktionen konsistent zu verändern. Anders gesagt: Dissoziation half den Betroffenen nicht dabei, sich besser zu fühlen oder zeigte ein klares Muster bei den körperlichen Reaktionen. Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass häufige Dissoziation den Umgang mit Emotionen nicht erleichtert, sondern im Gegenteil sogar schädlich sein und emotionale Probleme verstärken kann.
Link zum Abschlussbericht
https://refubium.fu-berlin.de/handle/fub188/50231
Projektbezogene Publikationen (Auswahl)
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Inducing Psychosocial Stress in the Laboratory: A Study Protocol for the Trier Social Stress Test (TSST) v2. ZappyLab, Inc..
Bodo Heekerens, Johannes
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The temporal dynamics of dissociation: protocol for an ecological momentary assessment and laboratory study in a transdiagnostic sample. BMC Psychology, 11(1).
Heekerens, Johannes B.; Gross, James J.; Kreibig, Sylvia D.; Wingenfeld, Katja & Roepke, Stefan
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Does Dissociation Have an Emotion Regulation Function? Evidence from Daily Life and the Laboratory. Center for Open Science.
Heekerens, Johannes Bodo; Gross, James; Kreibig, Sylvia D.; Ober, Hannah; Eichentopf, Randy; Dittrich, Theresa; Lebovitz, Julia; Hellmann-Regen, Julian; Wingenfeld, Katja & Röpke, Stefan
