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Frühmesolithische Siedlungsstrukturen
Antragsteller
Dr. Klaus Bokelmann
Fachliche Zuordnung
Ur- und Frühgeschichte (weltweit)
Förderung
Förderung von 1999 bis 2008
Projektkennung
Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 5121952
Archäologische Untersuchungen im Duvenseer Moor, Schleswig-Holstein, stellen das ausschliessliche Vorkommen von kleinen, eng begrenzten Lagerplätzen im frühen, borealen Mesolithikum in Frage. Durch gezielte Grabungen an bereits prospektierten Situationen ist das alte Modell zu überprüfen und gegebenenfalls durch ein stimmigeres zu ersetzen. Es konnte nämlich einerseits gezeigt werden, dass im frühen Postglazial ausserhalb der Flintkonzentrationen mit intensiven, weitgehend "flintfreien" Aktivitäten, dokumentiert durch Rindenböden und Feuerstellen, zu rechnen ist. Andererseits wurde ein aussergewöhnlich grosser Wohnplatz des Frühmesolithikums mit einer ca. 4 m im Durchmesser aufweisenden Feuerstelle, umgeben von Haselnussröststellen, Birkenrindenböden und klar vermuteten abgrenzenden Artefaktaktivitäten lokalisiert. Hier könnte es sich um einen der vermuteten Plätze ("Basiscamps") handeln. Die grossflächige Untersuchung der beiden kontrastierenden Areale wird hinsichtlich der Frage nach Art und Grösse mesolithischer Gruppen, im weiteren Sinn nach der "sozialen Struktur" im frühen Mesolithikum notwendig.a) Freilegung und Dokumentation des isolierten zentralen Wohnplatzes mit Radiokarbondatierungen diskreter Einheitenb)Freilegung und Dokumentation des umgebenden Areals mit entsprechenden Datierungenc) Dokumentation der naturräumlichen Gliederung des Kleinraumes (Bohrungen, Sondagen)d) Analyse des Fundmaterials hinsichtlich abgrenzbarer individueller Aktivitäten.
DFG-Verfahren
Sachbeihilfen
