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Chromosomale Veränderungen und "liquid biopsies" als Therapiemonitoring und prognostische Biomarker beim metastasierten kolorektalen Karzinom

Antragstellerin Dr. Nerma Crnovrsanin
Fachliche Zuordnung Allgemein- und Viszeralchirurgie
Förderung Förderung von 2022 bis 2024
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 513004649
 
Erstellungsjahr 2025

Zusammenfassung der Projektergebnisse

Metastasen sind die Hauptursache für die Sterblichkeit bei Patienten mit Darmkrebs. In den letzten Jahren hat sich die Analyse von zirkulierender Tumor-DNA (ctDNA) aus Blutproben als vielversprechendes Instrument für personalisierte Therapieentscheidungen und Überwachung des Therapieansprechens bei diesen Patienten gezeigt. In diesem Projekt wurden zwei unabhängige Datensätze genutzt, um einerseits die biologischen und klinischen Einflussfaktoren auf ctDNA-Spiegel zu untersuchen und andererseits zu analysieren, wie ctDNA-Dynamiken im Vergleich zur radiologischen Tumorlast als prädiktiver Marker für Therapieansprechen und Prognose abschneiden. Im ersten Teil der Studie wurden Daten von 150 Patienten mit lokal fortgeschritttenem Kolonkarzinom aus der PLCRC-Kohorte analysiert. Hierbei zeigte sich, dass die ctDNA-Konzentration durch eine Vielzahl biologischer Faktoren beeinflusst wird, darunter Tumorgröße, chromosomale Instabilität und spezifische Genexpressionsmuster. Besonders auffällig war, dass sich bestimmte genomische Veränderungen, wie der Verlust von Chromosom 10p oder 10q, mit erhöhten ctDNA-Werten assoziieren ließen. Im zweiten Teil wurde ein unabhängiger Datensatz aus der CAIRO5-Studie mit metastasierten Patienten verwendet, um ctDNA-Messungen mit radiologischen Tumorvolumenanalysen (TTV) zu vergleichen. Die Ergebnisse zeigen, dass sowohl ctDNA als auch TTV unabhängig mit der Prognose korrelieren. Während die radiologische Bildgebung eine makroskopische Sicht der Tumorlast widerspiegelt, spiegeln ctDNA-Dynamiken ein frühzeitiges Therapieansprechen wider und ermöglichen eine zusätzliche molekulare Perspektive. Die Kombination beider Methoden zeigte eine verbesserte prädiktive Genauigkeit für das Gesamtüberleben und das Risiko eines frühen Rezidivs bei Patienten nach der Resektion der Lebermetastasen. Diese Erkenntnisse unterstreichen das Potenzial von liquid biopsies als Ergänzung zur Bildgebung in der klinischen Praxis. Durch die Integration beider Ansätze könnte die Überwachung des Krankheitsverlaufs verbessert und die Therapie individuell angepasst werden.

Projektbezogene Publikationen (Auswahl)

 
 

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