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Hämodynamische Auswirkung der veno-arteriellen extrakorporalen Membranoxygenierung auf die Herzfunktion und Erholung - ein Konzept für eine prospektiv randomisiertePatientenstudie

Fachliche Zuordnung Herz- und Gefäßchirurgie
Kardiologie, Angiologie
Förderung Förderung von 2023 bis 2025
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 517559015
 
Erstellungsjahr 2024

Zusammenfassung der Projektergebnisse

Der kardiogene Schock ist eine lebensbedrohliche Kreislaufstörung, die über eine Beeinträchtigung der Mikrozirkulation zu einer Sauerstoffunterversorgung der Organe führt. Er geht mit einer hohen Hospitalisierungsrate und Mortalität einher. Herzerkrankungen, die zu einem Schock führen können, sind unter anderem ein akuter Myokardinfarkt, Herzrhythmusstörungen oder eine Herzmuskelentzündung. Der Schweregrad eines kardiogenen Schocks kann in fünf Grade von A (at risk) bis E (extremis) eingeteilt werden, entsprechend der Klassifikation der „Society of Cardiovascular Angiography and Interventions“ (SCAI). Eine Säule der Therapie des kardiogenen Schocks ist neben der medikamentösen Behandlung der Einsatz mechanischer Kreislaufunterstützungssysteme wie die extrakorporale Membranoxygenierung (ECMO). Durch die extrakorporale Oxygenierung des Blutes können lebensbedrohliche Zustände des Herz- oder Lungenversagens überbrückt werden. Bei diesem Verfahren wird sauerstoffarmes Blut über Gefäßkanülen, die in den Körper des Patienten eingebracht sind, angesaugt, extrakorporal mit Sauerstoff angereichert und dem Patienten wieder zugeführt. Obwohl die ECMO bereits seit den 1970er Jahren zur Überbrückung von Herz- oder Lungenversagen und mittlerweile auch während der kardiopulmonalen Reanimation (= extrakorporale kardiopulmonale Reanimation) eingesetzt wird, ist ihr Einfluss auf die Erholung und Funktion des Herz-Kreislauf-Systems bisweilen noch unverstanden. In diesem Zusammenhang haben translationale Arbeiten und publizierte Einzelfallberichte in der Vergangenheit darauf hingedeutet, dass der Einsatz der ECMO im kardiogenen Schock die Erholung des Herzens potenziell negativ beeinflussen kann, und zwar durch 1.) eine Erhöhung der Herzarbeit durch die Schaffung eines höheren Druckniveaus6 und 2.) eine Erhöhung der linksventrikuläre Nachlast durch den künstlichen Blutfluss durch die ECMO, auf die Aortenklappe zu. Hämodynamische Messungen –um diesen physiologischen Zusammenhang zu erforschensind an einem realen Patientenkollektiv jedoch nur unzureichend durchgeführt worden. Ziel unseres Projektes war daher die Schließung dieser Wissenslücke durch invasive Messungen im Herzkatheterlabor bei Patienten der SCAI-Schockkategorien D und E sowie die Untersuchung der Auswirkungen der VA-ECMO auf das Herz-Kreislauf-System. In diesem Zusammenhang fanden wir bei insgesamt 20 Patienten Messungen, dass - entgegen der vorherrschenden klinischen Meinung –hohe Flussraten der ECMO zu einer Reduktion der linksventrikulären Vorlast, über eine Abnahme des transpulmonalen Blutflusses führen. Darüber hinaus wurde eine Verringerung des linksventrikulären enddiastolischen Drucks (LVEDP), des linksventrikulären enddiastolischen Volumens (LVEDV) und des endsystolischen Volumens (LVESV) sowie des Herzzeitvolumens beobachtet. Auch in der Subanalyse der Patienten, die eine ECMO unter kardiopulmonaler Reanimation (ECPR) erhielten, konnten diese Ergebnisse bestätigt werden.

Projektbezogene Publikationen (Auswahl)

 
 

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