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Kognitive Reserve - Untersuchung des Zusammenhangs mit Persönlichkeit und ihrer neuronalen Basis

Antragstellerin Annabell Coors, Ph.D.
Fachliche Zuordnung Biologische Psychologie und Kognitive Neurowissenschaften
Epidemiologie und Medizinische Biometrie/Statistik
Förderung Förderung von 2023 bis 2024
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 519357857
 
Erstellungsjahr 2024

Zusammenfassung der Projektergebnisse

Die Lebenserwartung ist in den letzten Jahrzehnten angestiegen. Da das Alter einen Hauptrisikofaktor für Demenz darstellt, wird die Demenzprävalenz in den kommenden Jahren weiter ansteigen und zu einer noch größeren gesellschaftlichen Herausforderung werden. Kognitive Beeinträchtigungen sind nicht per se eine Folge des Alterns, sondern das Alter repräsentiert die kumulierten lebenslangen Belastungen, die sich auf die kognitive Leistungsfähigkeit auswirken, z. B. Veränderungen im Gehirn. Allerdings sind nicht alle Personen gleichermaßen anfällig für Gehirnveränderungen, und einige Personen haben trotz vorhandener Hirnpathologien keinerlei kognitive Beeinträchtigungen. Diesen Personen wird eine höhere kognitive Resilienz zugeschrieben. Einer der zugrundeliegenden Mechanismen der kognitiven Resilienz ist die kognitive Reserve. Kognitive Reserve ist ein Konzept, das versucht interindividuelle Unterschiede in der Anfälligkeit der kognitiven Leistungsfähigkeit für altersbedingte und pathologische Veränderungen des Gehirns zu erklären. Personen mit einer höheren kognitiven Reserve können stärkere Gehirnveränderungen haben bevor sie kognitive Beeinträchtigungen zeigen. In meinem ersten Projekt habe ich untersucht, ob bestimmte Persönlichkeitsmerkmale mit einer höheren kognitiven Reserve zusammenhängen, da ich angenommen habe, dass Personen je nach Persönlichkeitsmerkmalen unterschiedliche Freizeitaktivitäten verfolgen. Wir haben festgestellt, dass hohe Offenheit mit höherer kognitiver Reserve zusammenhängt. Dies weist darauf hin, dass Maßnahmen zur Förderung der Offenheit vorteilhalft für die Erhaltung der kognitiven Leistungsfähigkeit im Alter sein könnten. Außerdem wollte ich besser verstehen, warum selbst Personen mit einer anfänglich hohen kognitiven Reserve möglicherweise nicht in der Lage sind, starken altersbedingten Veränderungen der Gehirnstruktur dauerhaft standzuhalten. Unsere Ergebnisse weisen darauf hin, dass bei älteren Personen mit stärkeren altersbedingten und pathologischen Gehirnveränderungen die kognitive Reserve entweder gar nicht mehr oder auf andere Weise in den neuronalen Netzen des Gehirns umgesetzt wird. Mein letztes, aktuell noch laufendes Projekt, beschäftigt sich mit der Frage, ob eine höhere Variabilität in der Gehirnaktivierung einen neuronalen Mechanismus der kognitiven Reserve darstellt.

Projektbezogene Publikationen (Auswahl)

 
 

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