Detailseite
Geschlecht und Kontingenz. Zur Zerstreuung des anderen Geschlechts im Feminismus
Antragstellerin
Dr. Nadja Parpart
Fachliche Zuordnung
Soziologische Theorie
Förderung
Förderung von 1999 bis 2000
Projektkennung
Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 5204590
Gegenstand der Untersuchung sind Diskurse des Feminismus in der Bundesrepublik von 1945 bis zur Gegenwart. In der Auseinandersetzung mit politischen und theoretischen Dokumenten der Frauenbewegung werden - im methodischen Anschluß an Michael Foucault - Ordnungen des Feminismus unterschieden und im sozialhistorischen Kontext ihres Auftauchens thematisiert. In ihrer historischen Folge lassen diese Ordnungen die aktuelle Rede von der Krise und dem Ende des Geschlechts aus der Geschichte des Feminismus heraus verstehbar werden. Demnach partizipiert der Feminismus, der als politischer Anwalt des anderen Geschlechts aufgetreten war und sich der Suche nach der Identität und Wahrheit des Geschlechts verschrieben hatte, an Prozessen der Emanzipation des Individuums in der Moderne. Die Versuche des Feminismus, neben dem männlichen auch den weiblichen Menschen als Grund seiner kulturellen Ordnungen zu denken, haben aber auch die Grenzen der Emanzipation noch einmal sichtbar werden lassen: Was der Mensch und sein Geschlecht sei, bleibt offen. Die Krise des Feminismus kommuniziert mit anderen Krisenerfahrungen des 20. Jahrhunderts, der Krise des Subjekts und der Erfahrung der Grenzen der Wissenschaften vom Menschen.
DFG-Verfahren
Publikationsbeihilfen
