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Benthische Foraminiferen von den Line Islands - das ultimative Sprungbrett für die Ausbreitung von Arten über den Pazifischen Ozean

Fachliche Zuordnung Paläontologie
Förderung Förderung von 2022 bis 2023
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 523070829
 
Erstellungsjahr 2024

Zusammenfassung der Projektergebnisse

Dieses Projekt untersuchte die räumliche Verteilung und den Artenreichtum von modernen benthischen Foraminiferen von den Line Islands, einer isolierten Inselkette im Zentralpazifik. Die Line Islands bilden eine Kette von 11 Atollen. Im zentralen Pazifik gelegen, gehören sie zu den isoliertesten Inseln der Welt und nehmen eine biogeografische Schlüsselposition ein. Aufgrund ihrer isolierten Lage im tropischen Pazifik und ihrer vergleichsweise schwierigen Zugänglichkeit gehören die Linieninseln zu den am wenigsten untersuchten Korallenriffen der Erde und bisher gibt es so gut wie keine Informationen über die biologische Vielfalt der marinen Mikrobiota in diesen Atollen. Um die Rolle der Line Islands bei der Ausbreitung und Besiedlung mariner Arten in den Weiten des Pazifischen Ozeans zu erforschen, haben wir die Zusammensetzung, den Artenreichtum und die Struktur moderner Foraminiferen-Faunen dokumentiert und präsentieren den ersten vollständig bebilderten Katalog benthischer Flachwasser-Foraminiferen von den nördlichen Line Islands. Unsere Studie basiert auf 69 Sedimentproben von insgesamt 6 Korallenriffinseln und -atollen, die sich über ~6,8° geografischer Breite und ~5,2° geografischer Länge im zentralen Pazifik erstrecken (Kingman Reef, Palmyra Atoll, Teraina Island (Washington), Tabuearan Atoll (Fanning), Kiritimati Atoll (Christmas), und Jarvis Island. Hier wurde zum ersten Mal die benthische Foraminiferenfauna der Line Islands auf der Ebene der Arten dokumentiert und in einem Atlas mit Hilfe der Rasterelektronenmikroskopie (REM) vollständig abgebildet. Während des Förderzeitraums wurden insgesamt mehr als 25.000 Individuen identifiziert und ihre Verteilung auf sechs Inseln dokumentiert. Dies führte zu insgesamt 140 Arten und vervierfachte die Zahl aller bisher bekannten Taxa. Die Verteilung der Arten und die Zusammensetzung der Faunen wurde auf bewohnten und unbewohnten Inseln in unterschiedlichen Umgebungen quantitativ analysiert, um den anthropogenen Einfluss auf die Foraminiferenfauna zu bewerten. Bei der Auswertung dieser Daten zeigten sich statistisch signifikante Muster des anthropogenen Einflusses. Vergleichende Untersuchungen zur biogeographischen Verteilung verdeutlichen, dass zahlreiche tropische Arten nicht weiter nach Osten verbreitet werden und die East Pacific Barrier nicht überwunden wird.

Projektbezogene Publikationen (Auswahl)

 
 

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