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Ein Leben für die Arbeit
Antragstellerin
Angela Joost
Fachliche Zuordnung
Empirische Sozialforschung
Förderung
Förderung von 1999 bis 2000
Projektkennung
Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 5239058
Die Arbeit behandelt das Selbstverständnis von Frauen in Ostdeutschland in bezug auf Erwerbstätigkeit, Mutterschaft und Geschlechterverhältnis. Das Selbstverständnis wird aus den biographischen Erfahrungen und den subjektiven Perspektiven von acht Frauen aus einem thüringischen Dorf rekonstruiert. Die selbstverständliche Vereinbarkeit von ambitionierter Erwerbstätigkeit und Mutterschaft generierte trotz antizipierter Schwierigkeiten keine prinzipiellen Entscheidungsprobleme. Es gab in der DDR keinen Anspruch an die Mütter, exklusiv für ihre Kinder sorgen zu müssen, und das Selbstverständnis der Frauen entsprach dem offiziellen Familienideal der gesellschaftlich rationalisierten, auf geteilter Verantwortung basierenden Mutterschaft. Das weibliche Selbstverständnis im Geschlechterverhältnis wurde bestimmt von einer Akzeptanz traditioneller Rollenzuschreibungen, die in Ergänzung durch qualifizierte Frauenerwerbstätigkeit zu einem Gefühl der relativen Überlegenheit der Frauen gegenüber den Männern führte. Diese Überlegenheitsgefühle stehen in einem Spannungsverhältnis zu den gesellschaftlichen Verhältnissen, in denen Frauen strukturell benachteiligt waren und es sind. Dieses Selbstverständnis wird seit 1990 insbesondere durch Arbeitslosigkeit bedroht.
DFG-Verfahren
Publikationsbeihilfen
