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Die Schönen Madonnen - Typenbildung und Vermittlungswege. Höfische Repräsentation als Ursprung einer neuen Marienfrömmigkeit?

Antragsteller Dr. Jochen Schröder
Fachliche Zuordnung Kunstgeschichte
Förderung Förderung von 2000 bis 2003
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 5244374
 
Die sog. "Schönen Madonnen" - einige Dutzend auffallend zierlich und gefühlsbetont gestalteter Madonnen der Zeit um 1400 - stellen ohne Zweifel ein zentrales Phänomen der deutschen Skulptur dieser Zeit dar. Sie sind jedoch in der Kunstgeschichte hinsichtlich ihrer Entstehungsbedingungen, ihrer künstlerischen Stellung, ihrer Soziologie und selbst ihrer Datierung nach wie vor umstritten. Auf dem Weg der genaueren Bestimmung ihrer Nachwirkung - zugleich Fixierung des seinerzeit als typisch bzw. modern Empfundenen - soll der genuin dieser Gruppe zukommende neuartige Typenschatz genauer gefaßt und von der allgemein stilgeschichtlichen Position der Madonnen unterschieden werden. So wird sich ein genaueres Bild davon ergeben, welche Motive den Beginn eines neuartigen Madonnentypus ausmachen. Dieser geht über die Formulierung des Themas auf dem stilistischen Niveau der Zeit deutlich hinaus und ist auch offensichtlich als besonderes, gut definiertes Phänomen der "Schönen Madonna" rezipiert worden. Gleiches gilt für die Entwicklung des "Schönen Vesperbildes" und andere als Andachtsbild konzipierte Themen wie Schmerzensmann oder Verkündigungsmadonna. Nachdem so die Archetypen der Gruppe genauer definiert und im Zeitstil als Sonderweg verankert sind, kann die Frage nach dem kunstsoziologischen Hintergrund ("Hofkunst") neu und differenzierter gestellt werden.
DFG-Verfahren Forschungsstipendien
 
 

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