Das Vorhaben befaßt sich mit der Messung und Auswertung von Oberflächenwellen bzw. dispersiven Grenzflächenwellen zur Erkundung sedimentärer Formationen im Flachwasser. Das Wellenfeld dieser Oberflächenwellen enthält wesentliche Informationen über den Aufbau und die Zusammensetzung des marinen Sedimentes insbesondere bezüglich dessen Scherfestigkeit. Die Scherfestigkeit ist ein wichtiges geotechnisches Parameter, z.B. für die Bestimmung der Stabilität des Meeresbodens als Untergrund für z.B. Leitungen, Bauwerke, Plattformen und Deponien. Labormessungen an marinen Sedimentproben zeigen, daß die Scherwellengeschwindigkeit gut mit der Scherfestigkeit korreliert. Räumliche Variationen der Scherfestigkeit in situ spiegeln sich also in seismisch meßbaren Veränderungen der Scherwellengeschwindigkeit wider. Ausgenutzt wird bei diesen Untersuchungen die hohe Empfindlichkeit der Dispersionseigenschaften mariner Oberflächenwellen, Grenzflächenwellen sowie geführter Wellen auf die Scherwellengeschwindigkeit. In einem tomographischen Oberflächenwellenexperiment soll die räumliche Variation der Scherwellengeschwindigkeit kartiert werden. Zielsetzung des Antrages ist es, die methodische Vorentwicklung für eine robuste, einfache und effiziente dreidimensionale Kartierung der Scherwellengeschwindigkeit flacher, mariner Untergrundstrukturen zu schaffen.
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