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Schleiermachers Wissenschaftslehre als Entwurf einer prozessualen Metaphysik in semiotischer Perspektive. Triadizität im Werden

Antragsteller Johannes Dittmer
Fachliche Zuordnung Religionswissenschaft und Judaistik
Förderung Förderung von 2000 bis 2001
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 5294094
 
Schleiermachers Oeuvre durchzieht auf der Ebene der Oberflächensemantik eine dyadisch-polare Terminologie. Gleichzeitig kennzeichnen die Momente Relationalität, Prozessualität und Wechselwirkung seine Theorieanlage. Diese Eigenschaften verweisen auf eine komplexer organisierte, triadische Elementarstruktur, die er mittels Dyaden zu generieren versucht. Im Durchgang durch Schleiermachers Platoninterpretation, die frühromantische Naturphilosophie/-wissenschaft und Schlüsseltexte Schleiermachers wird die in seinem Werk angesprochene, nirgends explizit ausgeführte, "Wissenschaftslehre" als eine Relationentheorie rekonstruiert und im Blick auf neuere Diskussionskontexte (Quantenmechanik, Mathematik, Selbstreferenz-/Autopoesis-Theorien) extrapoliert. Sie bildet einen Reflex auf das Problem, das alles Einzelne in einem größeren Zusammenhang besteht und Bestimmtheit gewinnt, und gleichzeitig dieses Ganze nicht einfach als feststehend vorgegeben ist. Einzelnes und Ganzes unterliegen einem Werden, befinden sich in einem offenen Prozess. Dahinter steht die Realisierung von Abschlußproblemen bei Theorien mit universalem Geltungsanspruch. Schleiermachers Lösungsansatz erweist sich als überraschend aktuell, heuristisch fruchtbar und weiterführend im Blick auf die Situation der Moderne und der Nachmoderne charakteristische Problemlagen. Er weist einen semiotischen Zuschnitt auf und läßt sich im Rekurs auf die Semiotik von Peirce präzisieren und optimieren.
DFG-Verfahren Publikationsbeihilfen
 
 

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