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Anwendung eines Blut-Hirn-Schranken-Modells zur Evaluierung der Wirksamkeit von immunmodulierenden Therapeutika für Multiple Sklerose-Patienten
Antragsteller
Dr. Jörg Rudolf Kraus
Fachliche Zuordnung
Klinische Neurologie; Neurochirurgie und Neuroradiologie
Förderung
Förderung von 2001 bis 2003
Projektkennung
Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 5312452
Die Blut-Hirn-Schranke (BHS) ist von zentraler Bedeutung in der Pathogenese der Multiplen Sklerose (MS). Während eines Erkrankungsschubs kommt es zu einer vermehrten Durchlässigkeit der BHS und somit u.a. zu einer vermehrten Wanderung, insbesondere aktivierter T-Lymphozyten aus dem peripheren Blut über die BHS ins Zentralnervensystem (ZNS). Die eingewanderten T-Lymphozyten initiieren dort im ZNS einen Entzündungsprozess, der über eine Demyelinisierung zu den typischen neurologischen Ausfallerscheinungen führt. Unter Therapie mit den neuen immunmodulierenden Therapeutika wie z.B. Interferon-ß (IFN-ß)-Präparaten kommt es bei den meisten Patienten zu einer Verminderung der klinischen und subklinischen Krankheitsaktivität. Da es unter IFN-ß-Therapie zu einer Reduktion der als morphologisches Korrelat einer BHS-Störung gedeuteten Kontrastmittelanreicherung im Magnetresonanztomogramm kommt, wird ein stabilisierender Effekt dieser Medikation auf die BHS angenommen. Allerdings ist bei etwa einem Drittel der MS-Patienten die IFN-ß-Therapie nicht wirksam. Mit Hilfe des am Max-Planck-Instituts Bad Nauheim etablierten in vitro-Modells der BHS, das aus einer Kokultur von Hirnkapillarendothelzellen und Astrozyten besteht, soll der Einfluß von IFN-ß auf die BHS untersucht werden. Ziel soll es sein, dieses Kokultursystems insofern zu modifizieren, um es als in vitroTestsytem für Patientenblut bzw. -serum anzuwenden, mit dessen Hilfe vor Beginn bzw. am Anfang einer IFN-ß-Therapie der zu erwartende Behandlungserfolg für den einzelnen Patienten abgeschätzt werden kann.
DFG-Verfahren
Forschungsstipendien
