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Heilige Zeichen - Die Produktion der "eigentlichen Wirklichkeit" in hermeneutischen Theorien
Antragstellerin
Ulrike Janssen
Fachliche Zuordnung
Germanistische Literatur- und Kulturwissenschaften (Neuere deutsche Literatur)
Förderung
Förderung von 2001 bis 2002
Projektkennung
Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 5320456
Innerhalb der kulturellen Produktion von Zeichen, so die Grundthese der Arbeit, gibt es immer wieder Zeichenformationen, die sakralisiert bzw. "naturalisiert" werden: Ihre menschliche Herkunft als 'Artefakte' wird verschleiert und stattdessen einer übermenschlichen Macht zugeschrieben, die verschieden konzipiert sein kann. Hermeneutische Theorien werden als implizite oder explizite Form der Lektüresteuerung betrachtet, mit der solche "heiligen Zeichen" über die Strukturierung der Wahrnehmung "produziert" werden können. In einem zugleich strukturalistischen und historischen Vorgehen werden in der Arbeit Figuren und Strategien verfolgt, mit denen dieser Prozeß sich in Variationen immer wieder neu vollzieht. Der Rahmen der Untersuchung ist dabei sehr weit gefaßt, um die kulturelle Reichweite der beschriebenen Phänomene aufzeigen zu können: Betrachtet werdne u.a. Beispiele aus Theologie, Philosophie, Geschichtsschreibung, Literaturwissenschaft, Physik, Verhaltensforschung, Medientheorie. Historisch reicht der Bogen vom Alten Testament bis hin zu den literatur- und medientheoretischen Debatten des 20. Jahrhunderts. In der Gegenüberstellung des 'ganz Alten' mit dem 'ganz Neuen' wird erkennbar, wie sich im dynamischen Wechsel von Sakralisierung und Entzauberung das Grundschema auf immer neuen Ebenen wiederholt.
DFG-Verfahren
Publikationsbeihilfen
