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Buchbesitz und Lesegewohnheiten der Venezianer im 14. und 15. Jahrhundert
Antragsteller
Anselm Fremmer
Fachliche Zuordnung
Neuere und Neueste Geschichte (einschl. Europäische Geschichte der Neuzeit und Außereuropäische Geschichte)
Förderung
Förderung von 2001 bis 2002
Projektkennung
Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 5329368
Ausgangspunkt ist die Frage, inwieweit sich das Buch im Vorfeld der Einführung der Druckerpresse bereits als Medium in verschiedenen Lebensbereichen der Bewohner einer Stadt durchgesetzt hat. Die relativ schnelle Etablierung des Druckwesens in Europa läßt eine vorausgegangene gestiegene Nachfrage an Büchern vermuten. Durch eine umfangreiche Recherche im Staatsarchiv von Venedig wurden 255 Buchbesitzer und Buchbesitzerinnen sowie deren Buchsammlungen im Venedig der Vor- und Frühdruckzeit (1311-1498) ermittelt. Die Quellen bestätigen eine zunehmende Verwendung von Büchern. Neben Prachthandschriften werden verstärkt preisgünstigere Gebrauchshandschriften nachweisbar. Verantwortlich ist neben der Verwendung von Schriften zu praktischen und professionellen Zwecken, etwa bei Staatsdienern, Klerikern, Schulmeistern oder Ärzten, vor allem eine steigende Verbreitung von religiöser Literatur, insbesondere bei Frauen und bei der wachsenden Anzahl an Buchbesitzern mittlerer Vermögensschichten. Humanistisches Gedankengut verbreitet sich indes vornehmlich unter wohlhabenden Venezianern. Insgesamt wird deutlich, daß offenbar existentielle und emotionale Bedürfnisse der Stadtbewohner den Gebrauch des Schriftmediums Buch forderten.
DFG-Verfahren
Publikationsbeihilfen
