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Zwischen Ende und Anfang - Das Heimkehrerdrama der ersten Nachkriegsjahre (1945-1949)

Antragsteller Ralf Trinks
Fachliche Zuordnung Germanistische Literatur- und Kulturwissenschaften (Neuere deutsche Literatur)
Förderung Förderung von 2001 bis 2002
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 5350208
 
Die Arbeit untersucht im Vergleich mit den Ergebnissen der historiographischen Forschung und unter Berücksichtigung rezeptionsanalytischer Fragen das gesamte überlieferte Korpus der Heimkehrerstücke des ersten Nachkriegsjahrfünfts. Diese Dramen zeigen paradigmatisch die zeittypischen Muster der geistigen Verarbeitung von Krieg, Nationalsozialismus und notvoller Nachkriegsgegenwart. Zwar findet keine Derealisierung der Vergangenheit statt, wohl aber eine Viktimisierung der deutschen Soldaten und damit eine Verschiebung der Schuld. Die überwiegend kriegsaffirmative Tendenz zeigt sich in der Perpetuierung des Kameradenmythos, der Diffamierung des Deserteurs und in charakteristischen Aussparungen, die vor allem die Darstellung des Feindes, das unmittelbare Frontgeschehen und den Alltag des Dritten Reiches betreffen. Ein weiteres Merkmal der Stücke ist ihre grundsätzlich optimistische, operative Tendenz. In den unterschiedlichen Schreibweisen spiegeln sich alle wichtigen literarischen Strömungen der Epoche, französische und angelsächsische Moderne bleiben aber ohne Einfluss. Die ästhetische Debatte um die richtige Schreibweise offenbart die Konfliktlinien des literarischen Feldes zwischen Jung und Alt, Ost und West, Zeitflucht und Tendenz.
DFG-Verfahren Publikationsbeihilfen
 
 

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