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Präfigierung im Nordgermanischen: Eine Systemanalyse - Kontinuität versus Diskontinuität

Antragsteller Dr. Michael Schulte
Fachliche Zuordnung Allgemeine und Vergleichende Sprachwissenschaft, Experimentelle Linguistik, Typologie, Außereuropäische Sprachen
Förderung Förderung von 2002 bis 2003
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 5358436
 
Die unbetonten Präfixe sind ein zentrales Mittel der Wortbildung und sprachlichen Differenzierung, deren Leistung nicht zu unterschätzen ist. Sie modifizieren nicht nur die Bedeutung des Stammes, sondern auch die Verbvalenz [...]. Interessanterweise hat das Nordgermanische offenbar schon auf einer frühen Stufe seiner historischen Entwicklung alle unbetonten Präfixe konsequent abgestoßen und damit dieses wichtige Mittel der Wortbildung eingebüßt. Im Mittelpunkt des Projekts steht die funktionale Kompensation dieses Schwundes. [...] Um diesen Strukturwandel adäquat zu erfassen, werden moderne Ansätze phonologischer, morphologischer und syntaktischer Prägung herangezogen, u.a. metrische Phonologie, natürliche Morphologie (v.a. Prinzip der Transparenz) sowie neuere Syntaxtheorie (generative Syntax). Die Kernthese lautet, dass der Abbau des Präfixinventars unverzüglich durch alternative, im System bereits angelegte Kompensationsstrategien aufgefangen wird. Dazu gehört auf der Wortebene eine intakte, produktive Suffix- und Infix-Morphologie sowie auf der Satzebene ein umfassender Strukturwandel. Der funktionale und chronologische Zusammenhang zwischen den einzelnen Entwicklungstendenzen steht im Brennpunkt der Untersuchung. Weiterhin wird die Einführung neuer Präfixmuster durch Entlehnungstransfer als "zirkulärer Zugriff auf alte Strukturen" erörtert.
DFG-Verfahren Forschungsstipendien
 
 

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