Reaktive Sauerstoffradikale (ROS) tragen zu vaskulären Komplikationen bei Diabetes mellitus bei. Glutathion spielt eine bedeutende Rolle für die Protektion gegenüber ROS, da die Glutathion-Peroxidase ROS und Glutathion in H2O und Glutathion-Disulfid (GSSG) umwandelt. Der Export von GSSG wird in Gefäßzellen im Wesentlichen durch das Multidrug Resistance Associated Protein 1 (MRP1) vermittelt. Eine Blockade von MRP1 verhindert den Abfall des Glutathionspiegels unter oxidativem Stress spielen. Es wurde die Rolle von MRP1 für die Endothelfunktion und ROS-Produktion bei Diabetes sowie bei Zelltodinduktion in Endothelzellen untersucht. Im Modell des Streptozotocin-induzierten Diabetes zeigte sich eine bisher nicht beschrieben Rolle von MRP1 für die vaskuläre Reaktion und Radikalproduktion. So verhinderte das Fehlen von MRP1 im Maus-Knockout-Modell die Entwicklung einer Endotheldysfunktion bei Diabetes und verminderte signifikant das Ansteigen der ROS- Produktion in vitro als auch in vivo; am ehesten aufgrund eines erhaltenen Glutathionspiegels bei Fehlen von MRP1. Die Herunterregulation von MRP1 mittels siRNA in humanen aortalen Endothelzellen verringerte den Tumornekrosefaktor α (TNFα) und Cycloheximide (CHX)-induzierte Anstieg der ROS-Produktion. Dies war mit einer verminderten Annexin V und Caspase-3 Aktivierung als Marker für Apoptose verbunden. Die TNFα/CHX-vermittelte Aktivierung der Caspasen-7 und -8 war ebenfalls reduziert durch Herunterregulation von MRP1. TNFα/CHX induzierte eine Phosphorylierung der p38-, und JNK-MAP-Kinasen. Die Phosphorylierung der p38-MAP-Kinase war nicht durch Herunterregulation von MRP1 beeinflusst, im Gegensatz hierzu war aber die TNFα/CHX induzierte JNK-Phosphorylierung signifikant vermindert in humanen aortalen Endothelzellen, die mit siRNA gegen MRP1 transfiziert wurden. Somit erscheint MRP1 eine Rolle für die Regulation der TNFα/CHX-vermittelten Apoptose von Endothelzellen durch Modulation der Sauerstoffradikal-Spiegel, Caspase-Aktivierung und Phosphorylierung von JNK zu spielen.