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Der Tragaltar aus Stavelot. Ikonographie und Stil

Antragstellerin Alice Gudera
Fachliche Zuordnung Kunstgeschichte
Förderung Förderung von 2002 bis 2003
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 5370105
 
Der mit Emails und Bronzen geschmückte Tragaltar aus Stavelot nimmt in der Kunst des 12. Jahrhunderts eine herausragende Stellung ein. Sein Alter und seine künstlerische Herkunft geben Hinweise auf die Geschichte der Emailkunst, deren Rekonstruktion sonst große Schwierigkeiten bereitet: Es ist lediglich bekannt, dass ihre Blütezeit zwischen 1145 und 1180 lag und sie vor allem im Rhein-Maas-Gebiet verbreitet war. Der Vergleich der Bilder am Tragaltar mit der gleichzeitigen Buchmalerei ermöglichte eine Präzisierung seiner Datierung und Lokalisierung: Er dürfte um 1160 mit einiger Wahrscheinlichkeit in der Bischofsstadt Lüttich entstanden sein, einer Stadt, die stets eine Wirkung auf ihre Nachbarn hatte, jedoch auch Neuerungen verschiedenster Art rezipierte. Das Bildprogramm des Staveloter Tragaltars ist wohl das älteste bekannte, in dem sich alt- und neutestamentliche Szenen typologisch aufeinander beziehen. Viele Bildtypen waren zwar längst geläufig, sind hier aber auf neuartige Weise eingesetzt worden. Innerhalb der Kunst des Maasgebietes markiert der Tragaltar aus Stavelot offensichtlich einen Wendepunkt. Hochentwickelte Goldschmiedearbeiten müssen ihm vorausgegangen sein. Im Stil weisen einige Bilder aber auf jüngere Werke voraus, unter denen der Höhepunkt die Emails des Nikolaus von Verdun am Klosterneuburger Altarretabel von 1181 sind. Der Tragaltar als Stavelot ist ein Hauptwerk der Goldschmiedekunst des 12. Jahrhunderts, dessen Kenntnis eine wichtige Grundlage für die Beurteilung von zahlreichen, überwiegend nur als Fragmente verstreut überlieferten Emailarbeiten bietet.
DFG-Verfahren Publikationsbeihilfen
 
 

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