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Die Übersetzungen Fernando Pessoas und ihre Rezeption in Frankreich und im deutschen Sprachraum (1933-1998)
Antragstellerin
Anna Hansert
Fachliche Zuordnung
Europäische und Amerikanische Literatur- und Kulturwissenschaften
Förderung
Förderung von 2002 bis 2003
Projektkennung
Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 5372012
Die Arbeit untersucht, wie die Werke des portugiesischen Autors Fernando Pessoa (1888-1935) in ihren Übersetzungen von der literarischen und journalistischen Kritik in Frankreich und im deutschen Sprachraum im Zeitraum von 1933 bis 1998 aufgenommen wurden. Neben dem komparatistischen Ansatz stützt sich die Arbeit in theoretischer Hinsicht auf Erkenntnisse der Rezeptionssoziologie und auf die Feld-Theorie des französischen Soziologen Pierre Bourdieu. Sie gelangt zu dem Ergebnis, dass der Zugang zum Werk Pessoas über lange Zeit hinweg biographistisch und von nationalen Stereotypen hinsichtlich Portugals geprägt war. Erst ab den siebziger Jahren kommt es zu einer historisch-politischen Dimensionierung. Mit Beginn der Neunziger verlagert sich die Wahrnehmung auf die politischen Schriften des Autors, die jedoch in beiden Kulturräumen unterschiedlich interpretiert werden. Der Befund stützt zugleich die Bourdieusche These von der größeren Unabhängigkeit ("Heteronomie") des literarischen Feldes in Frankreich im Gegensatz zum deutschen Sprachraum. Insgesamt bietet die Arbeit erstmals einen systematischen Überblick über die Rezeption Pessoas in Frankreich und im deutschen Sprachraum sowie umfangreiche, eigens erstellt Übersetzungsbibliographien und Rezeptionscorpora.
DFG-Verfahren
Publikationsbeihilfen
