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Parlamentarierinnen in Deutschland 1918/19-1949
Antragstellerin
Dr. Heide-Marie Lauterer
Fachliche Zuordnung
Neuere und Neueste Geschichte (einschl. Europäische Geschichte der Neuzeit und Außereuropäische Geschichte)
Förderung
Förderung von 2002 bis 2003
Projektkennung
Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 5380389
Die Geschichte der deutschen Demokratie seit 1919 ist bisher vor allem als Geschichte der männlichen Politiker, ihrer Politik und Institutionen geschrieben worden. In meiner Studie stehen erstmals die Parlamentarierinnen im Mittelpunkt. Untersucht werden zwölf prominente Berufspolitikerinnen, die als Abgeordnete ihrer Parteien in die Nationalversammlung und in den Reichstag gewählt wurden. In ihren Fraktionen gewannen sie während der Weimarer Republik zunehmend an Bedeutung, in den Frauenorganisationen ihrer Parteien waren sie tonangebend, doch obwohl die Weimarer Verfassung die staatsbürgerliche Gleichberechtigung von Frauen und Männern garantierte, bildeten Frauen im Parlament der Weimarer Republik nur eine kleine Minderheit. Meine Studie fragt nach der Kontinuität und Diskontinuität politischen Handelns und der Persistenz oder Wandelbarkeit (geschlechter-)politischer Mentalitäten. Die Selbstwahrnehmung, das Verhalten und Handeln der Politikerinnen wird deshalb über drei politische Zäsuren hinweg verfolgt. Im ersten Teil wird die Entwicklung der Frauenpolitik auf Reichstagsebene in der Weimarer Republik untersucht. Der zweite Teil stellt die Ausschaltung der Frauen aus Parlament und Politik während der Zeit der Machtergreifung dar und verfolgt die Lebenswege von Parlamentarierinnen im Dritten Reich. Im dritten Teil, der mit den Lebenswegen der Politikerinnen nach Kriegsende 1945 einsetzt, werden die ehemaligen Reichstagsabgeordneten bei der Wiedergründung der Parteien beobachtet und ihre Mitarbeit in den überzonalen Gremien sowie im Parlamentarischen Rat dargestellt.
DFG-Verfahren
Publikationsbeihilfen
