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Arbeitskultur und Entscheidungsgewalt in betrieblichen Transformationsprozessen; Char`kov 1917-1921, CSR 1945-1948, Cuba 1958-1961

Antragsteller Dr. Martin Krämer
Fachliche Zuordnung Neuere und Neueste Geschichte (einschl. Europäische Geschichte der Neuzeit und Außereuropäische Geschichte)
Förderung Förderung von 2003 bis 2004
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 5399601
 
Das Forschungsprojekt beschäftigt sich mit der Sozialgeschichte wirtschaftlicher Wandlungsprozesse und ihrer Alltagskultur. Ausgangspunkt bildet der Subjektcharakter betrieblicher Akteure in den drei Entwicklungen: der Industrieregion Char'kov beginnend 1917, dem tschechischen Teil der CSR ab 1945 und auf Cuba nach 1958. Transformationen der Eigentums- und Produktionsformen werden in jeweils vier spezifischen Belegschaftszusammenhängen nachgezeichnet und dokumentiert. Vergleichend und verdichtend aggregierte mikrohistorische Befunde erlauben so, Veränderungen der Arbeitskultur und Entscheidungsgewalt im beruflichen Alltag für ein Verständnis komplexer gesellschaftlicher Transformationen zu erschließen. Wandel konzeptionalisiert sich im vorgestellten Ansatz als fragiles dynamisches Gleichgewicht. Belegschaften sind in diesem Prozeß sowohl Objekte als auch Subjekte wechselseitiger Instrumentalisierungen. Die Aufgabe besteht also darin, beide Aspekte in ihrer Interaktion zur Darstellung zu bringen. Betriebliche Akteure setzen Wandlungen nicht einfach um, sondern arbeiten vermeintlichen Vorgaben zu, bzw. entgegen. Entwickelt sich ein solcher wechselseitiger Trensformationsprozeß unter Vermittlung wahrnehmbar eigener Initiativen aus Belegschaften heraus, werden Konfliktlinien sichtbar. Ihre Aufarbeitung könnte zu einer Erweiterung und Differenzierung bisheriger Transformationsmodelle beitragen.
DFG-Verfahren Emmy Noether-Auslandsstipendien
 
 

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