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Ausgrabung der frühmittelalterlichen Stadtanlage Sanjar Shah in Tajikistan

Antragsteller Dr. Gerd Gropp (†)
Fachliche Zuordnung Islamwissenschaft, Arabistik, Semitistik
Förderung Förderung von 2003 bis 2008
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 5415512
 
Die Ausgrabung soll neues Material erbringen aus einer glanzvollen Epoche ostiranischer Geschichte. Das iranische Volk der Sogder bewohnte Nord-Tajikistan, und ihre Sprache hat sich in einem Tal nahe der Grabungsstätte bis heute gehalten. Im Altertum gehörten sie zum persischen Achämenidenreich, nach Alexander d.Gr. zum makedonischen Baktrerreich und von 100 bis 550 n.Chr. zum Reich der Kushan und Hephthaliten. Danach konnten sie sich in einer geschickten Schaukelpolitik zwischen den persischen Sasaniden, dem Westtürkenreich und China politisch unabhängig machen und mit dem Handel an der Seidenstraße großen Wohlstand erwerben. Sogdische Kaufleute haben in vielen Städten der Seidenstraße Schriftstücke hinterlassen und ihre Schrift an die zentralasiatischen Türken, Mongolen und Mandschu vermittelt. In ihren Residenzen Bukhara, Samarkand und Panjikent errichteten sie zwischen 550 und der arabischen Eroberung 722 n.Chr. Paläste und Tempel mit oft gut erhaltenen Wandmalereien. Die Stadt Sanjar Shah ist von einer Stadtmauer (um 330 n.Chr.) umgeben, und in der Probegrabung 2001 konnten wir ein Torgebäude (um 600 n.Chr.) freilegen. In der Nähe der Siedlung liegen auch vorgeschichtliche Fundorte, die Aufschluß geben können über die früheste Phase der indogermanischen Wanderungen.
DFG-Verfahren Sachbeihilfen
 
 

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