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Förderung diagnostischer Kompetenz von Lehramtsstudierenden mit dem Fokus auf diagnostisches Denken
Antragsteller
Professor Dr. Andreas Eichler
Fachliche Zuordnung
Allgemeines und fachbezogenes Lehren und Lernen
Förderung
Förderung seit 2026
Projektkennung
Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 559778060
Die Bedeutung diagnostischer Kompetenz von Lehrkräften ist weithin anerkannt. Sie kann als Voraussetzung für adaptives Lehren angesehen werden und ist daher ein wesentlicher Bestandteil von Lehrprofessionalität, da das Verständnis der Denk- und Lernprozesse von Schüler:innen Grundlage für Unterrichtsplanung und individuelle Förderung ist. Es ist davon auszugehen, dass diagnostische Kompetenz zudem den Lernerfolg von Schüler:innen beeinflusst. Diagnostische Kompetenz wurde oft als Urteilsgenauigkeit gemessen. In diesem Projekt konzentrieren wir uns jedoch auf die Fähigkeit von Grundschullehrkräften, die Denk- und Lernprozesse der Schüler:innen als Teil diagnostischer Kompetenz zu verstehen, die als authentischere professionelle Fähigkeit als die Urteilsgenauigkeit aufgefasst wird. Diagnostische Kompetenz kann und sollte durch spezifisches Training von Beginn der Lehramtsausbildung an verbessert werden. Obwohl es mehrere Ansätze zur Entwicklung der diagnostischen Kompetenz von Lehrkräften gibt, bleiben Fragen hinsichtlich einer optimalen Ausrichtung der Ausbildung auf fachdidaktisches Wissen (PCK) oder pädagogisches Wissen (PK) offen. Zudem wurde nicht untersucht, ob ein Training diagnostischer Kompetenz unabhängig vom jeweiligen Lehrplan in einem Lehramtsstudium wirksam ist oder wie sich kognitive und affektive Personenmerkmale auf die Entwicklung diagnostischer Kompetenz auswirken. Aus diesem Grund hat dieses Projekt das Ziel, in einem experimentellen Vergleich drei unterschiedlichen Trainingskonzepte zu vergleichen: die Förderung von PK und PCK einzeln sowie als neuer Ansatz die Förderung beider Aspekte in integrierter Form (PCK und PK). Wir gehen davon aus, dass ein integriertes Training effektiver und nachhaltiger ist als ein Training, das sich nur auf PCK oder PK konzentriert. Die Wirksamkeit der drei Trainingsansätze wird mit einer Kontrollgruppe verglichen. Die Studie folgt einem Prä-Post-Follow-up-Design. Als Thema haben wir das Verstehen von Grundrechenarten gewählt, da dieses Thema in der Grundschule von hoher Relevanz ist. Wir gehen davon aus, dass die Förderung der diagnostischen Kompetenz unabhängig vom Lehrerbildungssystem und damit von den Kenntnissen ist, die die Lehrpersonen vor einem Training zur diagnostischen Kompetenz erworben haben. Das wird in zwei parallelen Studien (eine in der Schweiz und eine in Deutschland) überprüft. Das Projekt konzentriert sich auf einen Aspekt der diagnostischen Kompetenz, nämlich die Fähigkeit, (un)richtige oder (un)vollständige Aufgabenlösungen als Grundlage für die Bildung von Hypothesen über das Verständnis der Schüler zu bilden. Ein weiteres Ziel ist es, Faktoren zu untersuchen, die den Erwerb diagnostischer Kompetenz beeinflussen (Motivation, Überzeugungen und Fachwissen). Die Ergebnisse werden die Forschung zur diagnostischen Kompetenz erweitern, und wir erwarten auf der Grundlage der Ergebnisse nützliche Implikationen für die Aus- und Weiterbildung von Lehrerkräften.
DFG-Verfahren
Sachbeihilfen
Internationaler Bezug
Schweiz
Kooperationspartnerin
Professorin Dr. Kathleen Philipp
