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Die Agulhas-Rutschung: Warum kommt es zu einer Mega-Rutschung an einem Kotinalrand mit geringen Sedimentationsraten?

Fachliche Zuordnung Physik des Erdkörpers
Geologie
Förderung Förderung seit 2026
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 564746627
 
Submarine Rutschungen sind einer der wichtigsten Prozesse für den Transport von Sedimenten, einschließlich Abfall/Mikroplastik, an Kontinentalhängen und stellen eine Naturgefahr dar, da sie die Infrastruktur am Meeresboden zerstören und verheerende Tsunamis auslösen können. Die Agulhas-Rutschung vor SO-Afrika ist die größte bekannte Rutschung der Welt, über die jedoch erstaunlich wenig Information verfügbar ist. Die Agulhas-Rutschung unterscheidet sich von anderen untersuchten Mega-Rutschungen an Kontinentalrändern. Die Rutschung ist deutlich größer als andere Rutschungen, die in der Regel in Gebieten mit hoher Sedimentation/Akkumulation auftreten. Im Gegensatz dazu ereignete sich die Agulhas-Rutschung an einem gescherten, passiven Kontinentalrand, der durch geringe Sedimentationsraten charakterisiert ist. Die mangelnde Kenntnis der Vorbedingungen, der Trigger und der Ablagerung dieser Rutschung macht es schwierig, das Risiko eines ähnlichen Ereignisses abzuschätzen. Im Rahmen der beantragten Expedition wird die Agulhas-Rutschung in noch nie dagewesener Detailtiefe untersucht, um (i) die Entwicklung der Rutschung und die Interaktion der Rutschungsablagerungen mit dem komplexen Strömungsregime zu rekonstruieren; (ii) die mit der Agulhas-Rutschung verbundenen Gefahren zu bewerten; und (iii) Fluidaustritte und die Etablierung von Seep-Vergesellschaftungen an der Abrisskante zu untersuchen. Um diese Ziele zu erreichen, werden wir große Teile der Agulhas-Rutschung mit hydroakustischen Systemen kartieren, ein Netz hochauflösender seismischer Reflexionsdaten aufzeichnen, Kerne für sedimentologische und geotechnische Untersuchungen entnehmen und ein ROV einsetzen, um detaillierte Vermessungen in topografisch/hydrogeologisch interessanten Gebieten durchzuführen, die in bathymetrischen und Sedimentecholot-Daten identifiziert wurden. Außerdem werden wir eine Gruppe südafrikanischer Studierender in der Erfassung, Bearbeitung und Interpretation geophysikalischer Daten schulen.
DFG-Verfahren Infrastruktur-Schwerpunktprogramme
Internationaler Bezug Südafrika, USA
 
 

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