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Struktur und Krise: Eine prosopographische Studie zur Wirtschafts- und Sozialgeschichte Unterägyptens in der Ramessidenzeit

Fachliche Zuordnung Ägyptische und Vorderasiatische Altertumswissenschaften
Förderung Förderung seit 2026
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 565264735
 
Das vorliegende Projektvorhaben stellt eine einzigartige wissenschaftliche Initiative dar, die mithilfe prosopographischer Methoden erstmals eine umfassende Sozial- und Wirtschaftsgeschichte Unterägyptens des späten 2. Jt. v. Chr. erstellen wird. Die nördliche Landeshälfte Ägyptens, als Gebiet mit der höchsten landwirtschaftlichen Nutzung und dem größten Bevölkerungsanteil, fungierte nicht nur als „Maschinenraum“ der altägyptischen Wirtschaft, sondern bietet in ihrer gesamten Ausdehnung ein unübertroffenes Potenzial für die Erforschung ökonomischer Strukturen, sozialer Stratifikation und Krisenindikatoren für die Zeit des Neuen Reichs (1539–1070 v. Chr.). Erstmals wird in diesem Projekt die Gelegenheit wahrgenommen, sowohl ramessidische Objekt- und Personendaten aus den großen unterägyptischen Metropolregionen als auch aus dem ländlichen Raum in die Analyse einzubeziehen. Auf diese Weise sollen alle identifizierbaren Gesellschaftsschichten der Deltabevölkerung berücksichtigt und damit die Möglichkeit eröffnet werden, das ägyptische Nildelta als einen kohärenten sozialen Raum in seiner gesamten Komplexität darzustellen. Die dabei geschaffene Datengrundlage wird eine bedeutende Erweiterung der ägyptischen Prosopographie für den Zeitraum der 19. bis 20. Dynastie, der sogenannten Ramessidenzeit (1272–1070 v. Chr.) ergeben, da sie die unterägyptischen Befunde berücksichtigt und damit eine höhere Reichweite der sozialgeschichtlichen Analyse ermöglicht. Durch eine detaillierte, vergleichende Analyse der zusammengetragenen Forschungsdaten werden erstmals in dieser Form die administrativen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Strukturen der Region rekonstruiert. Dies ermöglicht es, sowohl regionale als auch transregionale Netzwerke nachzuvollziehen und einen grundlegenden Beitrag zum Verständnis der gesellschaftlichen Situation am Ende des Neuen Reiches zu leisten. Das Projekt trägt somit in bisher nicht gekannter Weise zur Etablierung eines überarbeiteten, differenzierten und präziseren Epochenbildes bei.
DFG-Verfahren Sachbeihilfen
 
 

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