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Domestizierungsspuren im Genom von alten und modernen Mufflons und Anatolischen Schafen
Antragstellerinnen / Antragsteller
Professor Laurent Frantz, Ph.D.; Professor Dr. Ivica Medugorac; Professor Dr. Joris Peters; Dr. Nadja Pöllath
Fachliche Zuordnung
Tierzucht, Tierernährung, Tierhaltung
Förderung
Förderung seit 2026
Projektkennung
Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 565924798
Obwohl allgemein angenommen wird, dass Schafe, eine der wichtigsten Spezies in unserer wirtschaftlichen und kulturellen Vergangenheit, vor etwa 10.500 Jahren in Anatolien domestiziert wurden und sich anschließend auf der ganzen Welt verbreiteten, ist der Prozess der Domestizierung und Differenzierung noch nicht vollständig verstanden. In diesem Forschungsantrag werden ganze Schafgenome (WGS) aus anatolischen wilden und domestizierten Schafpopulationen aus modernen und archäologischen Proben generiert und vergleichend analysiert. Die hier generierten WGS werden mit WGS-Daten aus anderen veröffentlichten Genomen verglichen und so in einen globalen Kontext gestellt. Proben werden von reinrassigen einheimischen Schafrassen (14 aus der Türkei, 1 aus Zypern und 1 aus Armenien) und drei wilden Populationen von Mufflons (Anatolien, Zypern und Armenien) entnommen und mit einer durchschnittlichen Abdeckung von 5x und 20x sequenziert. Alle Proben von alten Schafen aus neolithischen bis chalkolithischen Siedlungen in Anatolien, die ausreichende Mengen an endogener DNA (>1 %) aufweisen, werden für eine tiefere WGS in Betracht gezogen, insbesondere solche mit >10 %. Die aktuellen Screening-Ergebnisse deuten darauf hin, dass die neolithischen Stätten von Aşıklı Höyük und die chalkolithischen Stätten von Güvercinkayası besonders vielversprechend sind und dass einige dieser Proben mit hoher Abdeckung (2x-10x) sequenziert werden. Die Integration der in diesem Projekt generierten WGS-Daten mit öffentlich zugänglichen Daten sollte die interessierenden Zeit- und Raumskalen so umfassend wie möglich abdecken. Dieser Datensatz wird es ermöglichen, verschiedene demografische Hypothesen im Zusammenhang mit dem Ursprung der Domestizierung, der Differenzierung, der demografischen Geschichte, den globalen Mustern der Abstammung und der Vielfalt der Schafe zu testen. Dieses Projekt wird in Zusammenarbeit zwischen Forschungsinstituten in der Türkei und Deutschland durchgeführt, was eine koordinierte Auswahl von Proben, die gemeinsame Nutzung von Material, Datenbanken, bioinformatischen Werkzeugen und molekulargenetischem Fachwissen sowie die Auswertung der Ergebnisse umfasst. Die Ressourcen, die den einzelnen Projektpartnern derzeit zur Verfügung stehen, können rechtlich und praktisch nur in einer bilateralen Zusammenarbeit effizient genutzt werden, um aktuelle Material- und Wissenslücken zu schließen, eine kritische Masse zu erreichen und so zur zuverlässigen Überprüfung wichtiger Hypothesen beizutragen. Dies wird sich synergetisch auf die Qualität der gemeinsamen wissenschaftlichen Ergebnisse auswirken und die Wettbewerbsfähigkeit jedes einzelnen Partners verbessern. Dies führt uns zu weiteren mittelfristigen Plänen, die Zusammenarbeit zwischen den Instituten zu vertiefen und neue gemeinsame Forschungsprojekte zu schaffen.
DFG-Verfahren
Sachbeihilfen
Internationaler Bezug
Türkei
Partnerorganisation
TÜBITAK The Scientific and Technology Research Council of Turkey
Kooperationspartnerinnen / Kooperationspartner
Professor Dr. Muhammet Kaya; Professorin Dr. Füsun Özer
