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Genetische Vielfalt der Elritzen (Phoxinus spp.) in Deutschland und darüber hinaus
Antragstellerin
Dr. Madlen Stange
Fachliche Zuordnung
Systematik und Morphologie der Tiere
Evolution, Anthropologie
Evolution, Anthropologie
Förderung
Förderung seit 2025
Projektkennung
Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 566161397
Schätzungsweise 90 % der Arten der Erde sind derzeit unbeschrieben, wobei ein erheblicher Teil auf kryptische Arten entfällt. Diese sind genetisch unterschiedliche, aber morphologisch kaum unterscheidbare Arten. Ihre Identifizierung ist entscheidend für das Verständnis von Lebenszyklus, Populationsdynamik, und ihre Lebensräume. Kryptische Arten erschweren Biodiversitätsschätzungen und Schutzmaßnahmen, da Unbekanntes weder gezählt noch geschützt werden kann. Während Biodiversitätshotspots wie die Neotropen im Fokus der Wissenschaft stehen, verdienen auch heimische kryptische Arten mehr Aufmerksamkeit. Im Rahmen des PhoxDiv-Projekts widmen wir uns der genetischen Vielfalt und Verbreitung von Fischen namens Elritzen (Phoxinus spp.) in Deutschland und darüber hinaus. Der Genus Phoxinus enthält zahlreiche kryptische Arten, die erst vor weniger als einer Dekade mit Hilfe von Einzelgenanalysen mehr und mehr ans Licht gebracht wurden. In Deutschland sind mittlerweile vier Elritzenarten anerkannt, wovon eine als Nationale Verantwortungsart in der Deutschen roten Liste geführt wird. Durch die erst kürzliche Anerkennung als eigenständige Arten ist jeweils wenig über ihre genauen Verbreitungsgebiete und ihre genauen genetischen und morphologischen Differenzierungen bekannt. Das erste Ziel dieser Studie ist die Bestimmung der Populationsstruktur und der geografischen Verbreitung aller Phoxinus-Arten in Deutschland. Darüber hinaus soll im zweiten Ziel das Verbreitungsgebiet der nationalen Verantwortungsart P. morella über Deutschland hinaus untersucht werden. Im dritten Ziel werden genomische Analysen mit morphologischen Daten kombiniert, um taxonomisch und ökologisch relevante morphologische Merkmale zu identifizieren. Auf dieser Grundlage soll ein Leitfaden zur Artendifferenzierung für Laien erstellt werden. Die Methodik umfasst die Sammlung von Proben an neuen Standorten, die bisher Lücken darstellen, und Sammlungsmaterial, die das Gebiert von P. morella hervorragend abbildet; die Sequenzierung des gesamten Genoms der untersuchten Individuen zur Erhöhung der genetischen Marker für Differenzierungsanalysen; und morphologische Analysen unter Verwendung traditioneller und geometrischer Morphometrie. Die Ergebnisse werden Aufschluss über die Artengrenzen, die Populationsstruktur und die Auswirkungen historischer biogeografischer Prozesse auf die Verbreitung von Elritzen in Deutschland geben. Die Einbeziehung morphologischer Daten wird die taxonomische Forschung unterstützen und die Entwicklung wirksamer Erhaltungsstrategien erleichtern.
DFG-Verfahren
Sachbeihilfen
