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Cross-linguistischer Einfluss in der prädiktiven Sprachverarbeitung und in der Produktion morphosyntaktischer Merkmale bei Kindern mit Herkunftssprachen

Antragstellerin Dr. Anamaria Bentea, Ph.D.
Fachliche Zuordnung Allgemeine und Vergleichende Sprachwissenschaft, Experimentelle Linguistik, Typologie, Außereuropäische Sprachen
Förderung Förderung seit 2025
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 566509991
 
Zu verstehen, wer was mit wem gemacht hat, ist grundlegend für die menschliche Kommunikation. Sprachen unterscheiden sich in den linguistischen Merkmalen die sie verwenden, um diese Zusammenhänge auszudrücken. Englisch nutzt die Wortstellung, um thematische Rollen anzuzeigen, während Sprachen wie Griechisch/Deutsch oder Rumänisch/Spanisch morphosyntaktische Merkmale wie Kasusmarkierung oder differentielle Objektmarkierung verwenden. Wie beeinflussen der Kontakt mit verschiedenen gesellschaftlichen Sprachen (GS) und der Spracherwerb unter reduzierten Inputbedingungen die Echtzeitintegration und Produktion solcher morphosyntaktischen Hinweise bei frühen Bilingualen? CLIPP untersucht dies als Hauptforschungsfrage für kindliche Herkunftssprachsprecher (kHS). Bislang ist nur wenig über die linguistischen Mechanismen bekannt, die die Echtzeitverarbeitung von Morphosyntax in kHS unterstützen oder einschränken, wenn sie in einer weniger dominanten Sprache erfolgt. Es gibt auch nur wenige empirische Erkenntnisse darüber, wie die Echtzeitverarbeitung morphosyntaktischer Hinweise in der Herkunftsprache (HS) durch linguistische Merkmale der GS beeinflusst wird und wie die Produktion der HS unter dem Einfluss unterschiedlicher GS wiederum die Echtzeitverarbeitung modulieren kann. CLIPP ist ein hochaktuelles Projekt, das diese Lücken schließt, indem es die Produktion und prädiktive Verarbeitungder morphosyntaktischer Merkmale der HS dur kHS im Kontakt mit verschiedenen GS mithilfe einer Reihe von Eye-Tracking- und Verhaltensstudien untersucht. Das Projekt erfasst die große Variabilität, die die Entwicklung der HS und die Profile von HS-Gemeinschaften kennzeichnet, und berücksichtigt Sprachen mit unterschiedlichen typologischen Merkmale, indem es Griechisch- und Rumänisch-sprachige kHS, die mit drei GS (Englisch, Deutsch, Spanisch) in Berührung sind, sowie einsprachige griechische und rumänische Kinder einbezieht. CLIPP verfolgt drei Hauptziele: (a) zu testen, ob kHS linguistische Informationen in ihrer HS integrieren, um kommenden Input vorherzusagen, und wie ihre Produktion dies beeinflusst; (b) zu untersuchen, ob die Überschneidung/Abwesenheit von morphosyntaktischen Eigenschaften zwischen HS und GS die Produktion und prädiktive Verarbeitung beeinflusst; (c) zu ermitteln, wie die Variabilität der HS-Erfahrung die Verbindungen zwischen Vorhersage, Produktion und sprachübergreifendem Einfluss erklärt. CLIPP ist relevant für theoretische Linguistik, Entwicklungslinguistik, Zweisprachigkeitsforschung und kognitive Psychologie, Sprachpädagogen, Sprachpolitikinteressierte und Eltern. CLIPP wird unser Verständnis darüber erweitern, wie kHS aus HS-Gemeinschaften mit unterschiedlichen Profilen linguistische Informationen in ihrer HS verarbeiten und wie dies durch die GS beeinflusst wird. Dies wird dazu beitragen, HS-Kompetenzen zu stärken und das Bewusstsein für die unterschiedlichen Bedürfnisse von HS-Gemeinschaften hinsichtlich des HS-Erhalts zu schärfen.
DFG-Verfahren Sachbeihilfen
Internationaler Bezug Großbritannien, Spanien
 
 

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