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Gentechnisch veränderte Hühner als Werkzeuge zur Untersuchung der Interferon-Funktionen in der Immunität

Antragsteller Dr. Mohanned Alhussien
Fachliche Zuordnung Tierzucht, Tierernährung, Tierhaltung
Förderung Förderung seit 2025
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 567651016
 
Das beschriebene Projekt untersucht die Rolle von Typ-I- und Typ-III-Interferonen (IFN) bei Hühnern. IFN sind zentrale Immunproteine zur Abwehr von Infektionen. Die genauen Funktionen und Wechselwirkungen der IFN sind in Hühnern noch nicht ausreichend erforscht. Diese Studie analysiert, wie IFN Immunreaktionen regulieren und zur Wirtsabwehr beitragen, unter Verwendung genetisch modifizierter Hühnerlinien, denen Rezeptoren für Typ-I-IFN, Typ-III-IFN oder für beide fehlen. Dazu werden in vitro, in ovo und in vivo Experimente durchgeführt, um die IFN-vermittelten Immunmechanismen unter physiologischen Bedingungen und während Infektionen zu untersuchen. Die Studie umfasst drei zentrale Ziele: 1. Untersuchung der Signalwege von Typ-I- und Typ-III-IFNs sowie ihrer Rolle in der zellulären und mukosalen Immunität unter keimfreien Bedingungen. Hierfür werden rekombinante IFN eingesetzt, um interferonstimulierte Gene (ISGs) in verschiedenen Geweben zu identifizieren. Zudem wird die Aktivierung der IFN-Signalwege durch Toll-like-Rezeptor-(TLR)-Agonisten analysiert. Dies ermöglicht ein umfassendes Verständnis der IFN-Induktion und -Funktion unter physiologischen Bedingungen. 2. Analyse der IFN-vermittelten Abwehrmechanismen gegen Virusinfektionen. Hierbei wird untersucht, wie Typ-I- und Typ-III-IFNs Immunreaktionen gegen das Newcastle-Disease-Virus (NDV) und das Influenza-A-Virus (H1N1) beeinflussen. Dies trägt zum Verständnis der spezifischen antiviralen Funktionen dieser IFN sowie ihrer Auswirkungen auf Infektanfälligkeit und Krankheitsverlauf bei. 3. Erforschung der IFN-Abwehrmechanismen gegen bakterielle Infektionen. Typ-I- und Typ-III-IFN spielen eine entscheidende Rolle bei der Pathogenese einer Salmonelleninfektion, indem sie Immunantworten und die Darmbarriere beeinflussen. In vitro- und in vivo-Modelle werden verwendet, um die Effekte von IFN auf Salmonelleninvasion, Persistenz und die Verbreitung im Wirt zu untersuchen. Diese Forschungsergebnisse erweitern unser Wissen über die IFN-vermittelte Immunität bei Hühnern und die Strategien von Pathogenen zur Umgehung dieser Abwehrmechanismen. Angesichts der wirtschaftlichen und gesundheitlichen Bedeutung viraler und bakterieller Geflügelkrankheiten unterstützen diese Erkenntnisse die Entwicklung wirksamerer Impfstoffe und Krankheitsbekämpfungsstrategien. Da Zoonosen wie Salmonellen und Influenza auch die Lebensmittelsicherheit und globale Gesundheit betreffen, leistet diese Studie einen Beitrag zu One-Health-Ansätzen, nachhaltiger Geflügelproduktion und der Vermeidung von Antibiotikaeinsatz, wirtschaftlichen Verlusten und zoonotischer Krankheitsübertragung.
DFG-Verfahren Emmy Noether-Nachwuchsgruppen
 
 

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