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Der Einfluss des „Sense of Place“ auf die gemeinschaftliche Hochwasserresilienz: Eine kontextübergreifende Studie zu Reaktions- und Anpassungsprozessen
Antragstellerin
Dr. Sungju Han
Fachliche Zuordnung
Humangeographie
Förderung
Förderung seit 2025
Projektkennung
Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 567661331
Dieser Forschungsansatz untersucht, wie „sense of place" die gemeinschaftliche Resilienz gegenüber Hochwasser prägt, wie beispielsweise die katastrophalen Ereignisse im Ahrtal 2021 veranschaulichen. Basierend auf einem integrierten theoretischen Rahmen, der „sense of place" mit Sozialkapital- und Gemeinschaftsresilienztheorien verbindet, analysiert dieses Projekt, wie ortsbasierte Verbindungen die Reaktionsmuster auf Hochwasser in verschiedenen Kontexten beeinflussen - von plötzlichen Katastrophenereignissen bis hin zu wiederkehrenden Überschwemmungen. Die Forschung zielt darauf ab, zu verstehen, wie „sense of place" die gemeinschaftlichen Reaktionen auf Hochwasser beeinflusst, indem untersucht wird, wie „sense of place" mit Risikowahrnehmung zusammenhängt und wie soziale Netzwerke adaptives Verhalten vermitteln; bestehende Rahmenkonzepte der gemeinschaftlichen Resilienz durch eine umfassende Analyse von Orts-Risiko-Beziehungen zu erweitern; und Hochwasserrisikomanagement in Politik und Praxis durch evidenzbasierte Empfehlungen zu informieren. Das Projekt nutzt den Zugang zu einzigartigen Längsschnittdatensätzen aus sieben Ländern und vergleicht strategisch ausgewählte Fälle: die Hochwasserereignisse im Ahrtal 2021, wiederkehrende Überschwemmungen in Sachsen, Starkregen in Vietnam und einen länderübergreifenden Datensatz. Die Forschung verwendet einen innovativen Mixed-Method-Ansatz durch Integration kritischer interpretativer Synthese, statistischer Modellierungstechniken und gemeinschaftlicher Validierungsprozesse. Das Projekt wird bedeutende theoretische Beiträge leisten durch Entwicklung eines integrierten Rahmenkonzepts, das „sense of place"-Theorie mit Sozialkapital- und Resilienzrahmen verbindet; Pionierarbeit bei der Analyse, wie „sense of place" paradoxerweise sowohl als Vulnerabilitäts- als auch als Resilienzfaktor fungiert; und systematische kulturübergreifende Untersuchungen von Orts-Risiko-Beziehungen. Praktisch wird es das Hochwasserrisikomanagement durch ortssensible Kommunikationsstrategien transformieren, die die Kluft zwischen technischen Ansätzen und gemeinschaftsbasiertem Resilienzaufbau überbrücken. Die Peer-Review-Publikationen werden zusammen mit Kommunikationsmaterialien dazu beitragen, ein neues Paradigma der Hochwasserresilienz zu etablieren, das den „sense of place" als kritischen vermittelnden Faktor bei Anpassungsentscheidungen anerkennt. Diese Forschung bringt das Fachgebiet voran, indem sie das theoretische Paradoxon von „sense of place" in Risikokontexten auflöst und Praktikern konkrete Werkzeuge gibt, um gemeinschaftliche Ortsverbindungen als Vorteile zu nutzen statt als Hindernisse zu sehen. Durch empirisch validierte Strategien bietet dieses Projekt einen transformativen Ansatz zur Stärkung der Hochwasserresilienz angesichts wachsender klimabedingter Bedrohungen.
DFG-Verfahren
Sachbeihilfen
