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Der Einfluss von Persönlichkeitsmerkmalen auf Inflationserwartungen, subjektive Modelle ökonomischer Zusammenhänge und Haushaltsentscheidungen

Fachliche Zuordnung Wirtschaftstheorie
Accounting und Finance
Wirtschaftspolitik, Angewandte Volkswirtschaftslehre
Förderung Förderung seit 2026
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 568054157
 
Ziel des Projekts ist es den Einfluss von Persönlichkeitsmerkmalen („Personality Traits“) auf die Bildung und Anpassung von Inflationserwartungen, auf subjektive Modelle/Narrative ökonomischer Zusammenhänge sowie auf Haushaltsentscheidungen zu untersuchen. Im ersten Teilprojekt soll analysiert werden, inwiefern Persönlichkeitsmerkmale – d.h. stabile Muster des Denkens, Fühlens und Handelns (Roberts, 2008) – zur Erklärung von heterogenen Dynamiken von Inflationserwartungen auf Haushaltsebene beitragen. Der Fokus der Analyse liegt dabei auf der Phase des Inflationsanstiegs nach der COVID-19-Pandemie. Im zweiten Teilprojekt soll der Zusammenhang zwischen Persönlichkeitsmerkmalen und „subjektiven Modellen ökonomischer Zusammenhänge“ bzw. wirtschaftlichen Narrativen untersucht werden. Diese sollen durch eigens konzipierte Umfragen erhoben werden. Bei Narrativen handelt es sich um vereinfachte Erzählmuster über wirtschaftliche Zusammenhänge, die sich über soziale Interaktionen leicht verbreiten und ökonomische Überzeugungen maßgeblich prägen können (Shiller, 2017). Subjektive Modelle sind individuelle Interpretationen der Funktionsweise der Ökonomie (Andre et al., 2022). Im dritten Teilprojekt soll untersucht werden, inwiefern Persönlichkeitsmerkmale die langfristigen Auswirkungen ökonomischer Extremereignisse auf subjektive Modelle/Narrative und Inflationserwartungen moderieren können. Dabei steht die Frage im Fokus, ob Persönlichkeitsmerkmale dazu führen können, dass subjektive Modelle in Zeiten wirtschaftlicher Krisen besonders stark verankert werden und deren Wirkung über die Zeit hinweg bestehen bleibt – selbst wenn sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen wieder ändern. Zur Überprüfung dieser Hypothese werden Informationsbereitstellungsexperimente mit randomisierten Treatments eingesetzt, bei denen den Teilnehmenden verschiedene makroökonomische Narrative präsentiert werden – sowohl solche, die der tatsächlichen Geld- und Fiskalpolitik zugrunde liegen, als auch jene, die im zweiten Modul identifiziert werden. Das Projekt stützt sich auf eine einzigartige Dateninfrastruktur in Finnland, die die Verknüpfung proprietärer Mikrodaten aus (1) bestehenden Umfragen, (2) eigenen Umfragen und Experimenten, (3) administrativen Registern sowie (4) detaillierten psychologischen Profilen mit 12 Persönlichkeits- und klinischen Merkmalen sowie kognitiven Fähigkeiten (IQ) für eine große, repräsentative Bevölkerung erlaubt. Durch die Betrachtung der nahezu gesamten Population ermöglicht das Projekt zudem eine differenzierte Analyse der Verteilungswirkungen wirtschaftlicher Schocks auf verschiedene Bevölkerungsgruppen. Daraus lassen sich wertvolle Erkenntnisse für eine gezieltere und gerechtere Ausgestaltung wirtschaftspolitischer Maßnahmen ableiten.
DFG-Verfahren Sachbeihilfen
Internationaler Bezug Finnland, USA
 
 

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