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Weibliche Selbstformungen, „Persona“ und die Machbarkeit des Selbst im neuzeitlichen Bildnis (TP 2)
Antragstellerin
Professorin Dr. Valeska von Rosen
Fachliche Zuordnung
Kunstgeschichte
Förderung
Förderung seit 2026
Projektkennung
Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 539990504
Selbstbildnisse von Künstlerinnen vom 16. bis ins frühe 19. Jahrhundert sind der Gegenstand des Teilprojekts; sein Axiom ist die Verknüpfung der Selbstdarstellungen mit dem frühneuzeitlichen "Persona"- und Rollen-Diskurs einerseits und dem Denkmuster der Selbstformung, wie es sich in verschiedenen Diskursen seit der Antike abzeichnet und Persistenz auch im Rahmen der sich seit dem 17. Jahrhundert ausbildenden Subjektvorstellungen behält, andererseits. Wie Künstlerinnen im genannten Zeitraum bei der 'Formung' der Bilder von sich die Möglichkeiten des Agierens auf der "Bühne des Lebens" - so die zentrale Metapher des "Persona"-Diskurses -auch und gerade hinsichtlich der Einnahme ihrer sozialen Rollen für ihr Publikum ausloten, ist sein Thema. Der besondere Fokus gilt dabei den Bedingungen ihres (künstlerischen) Auftretens in gesellschaftlich und geschlechtlich determinierter Hinsicht, mithin der ‚Machbarkeit‘ des Selbst in je verschiedenen Kontexten und Situationen, und zwar nicht allein hinsichtlich der Frage, wie diese innerbildlich ausgelotet wurde, sondern auch, wie die entsprechenden Selbstentwürfe medial verbreitet wurden. Ziel des Vorhabens ist es also zu zeigen, wie Künstlerinnenselbstdarstellungen in der Frühen Neuzeit bis zum Beginn der Moderne mit gesellschaftlichen Normen, habitualisierten Praktiken und mit verschiedenen Diskursen etwa hinsichtlich des "Selbst" an sich, des weiblichen Selbst, der adäquaten Lebensführung, des körperlichen Auftretens und des allgemeinen Verhaltens verflochten sind. Diese Verflechtung besteht grundsätzlich auf zwei heuristisch zu unterscheidenden, aber eng miteinander verknüpften Ebenen: bezüglich Rolle und Status der Künstlerinnen und der Ausübung ihrer beruflichen Tätigkeit einerseits, also ihrer faktischen agency, und hinsichtlich des Aspekts, wie sie sich (selbst) in diesen Aspekten im Bild entwerfen andererseits. Weiterhin ist es das Ziel des Teilprojekts systematisch die Verflechtungen von bildlicher Selbstdarstellung - vor der Folie der decorum-Vorstellungen der Zeit - und der tatsächlichen 'Selbstformung' des Lebens und Verhaltens - auf der Basis der Reflexion der Machbarkeiten und Möglichkeitsräume zu analysieren. Es ist das zu überprüfende Axiom des Vorhabens, dass Selbstdarstellungen ein - via Bildlichkeit besonders einprägsamer - Teil umfassenderer Selbstformungen sein können, die zugleich die sich auf je verschiedenen Ebenen (Verhalten, Namensgebung, auch körperbetonte Praktiken usw.) realisierende Selbstformung indizieren können.
DFG-Verfahren
Forschungsgruppen
