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Petrologische und mineralogische Provenienzanalysen an Bausteinen im Heiligtum von Olympia, Griechenland

Antragstellerin Dr. Marilou de Vals
Fachliche Zuordnung Klassische, Provinzialrömische, Christliche und Islamische Archäologie
Geologie
Förderung Förderung seit 2025
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 569032816
 
Ziel dieses Projekts ist die erste systematische Identifizierung und Provenienzanalyse von Bausteinen der UNESCO-geschützten archäologischen Stätte Olympia in der westlichen Peloponnes (Griechenland). Ziel ist es, die Nutzung der lokalen geologischen Ressourcen durch die antiken Baumeister zu untersuchen und die Rolle importierter Bausteine zu klären, um unser Wissen über die Baugeschichte der Stätte von der archaischen bis zur hellenistischen Zeit zu erweitern. Zunächst werde ich die Vielfalt der als Baumaterialien verwendeten Steine und ihre Verwendung im Bauwesen untersuchen. Anschließend werden Steinbrüche untersucht: Fünf mögliche Abbaustellen werden für Provenienzanalysen getestet. Die Ergebnisse der Steinbruchproben werden mit den archäologischen Proben der Monumente in Olympia verglichen, um deren Herkunft zu ermitteln. Alle Daten werden in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Archäologischen Institut Athen in einer Datenbank erfasst. Diese ermöglicht einen groß angelegten Ansatz, der Geologie und Archäologie kombiniert, und bildet gleichzeitig die Grundlage für ein GIS-Tool (Geographisches Informationssystem), um die interdisziplinäre Zusammenarbeit zu verbessern und eine synoptische Interpretation zu ermöglichen. Schließlich möchte ich eine Methodik für Provenienzstudien von Sedimentgesteinen entwickeln, die im Bauwesen verwendet werden und auf strukturellen und mineralogischen Kriterien basieren. Um diese Ziele zu erreichen, wird ein dreistufiges Analyseprotokoll angewendet. Dabei werden 1) die verschiedenen Sedimentgesteine makroskopisch beschrieben, dann 2) mikroskopische Analysen durchgeführt, und mit 3) mineralogischen und chemischen Analysen kombiniert, um eine bestmögliche Provenienzanalyse zu gewährleisten. Hierbei wird Laborausstattung des Geographischen Instituts und des Instituts für Geowissenschaften der Universität Mainz eingesetzt: optische Mikroskope, ein Röntgendiffraktometer und ein Rasterelektronenmikroskop. Dieses Forschungsprojekt wird neue Aspekte ans Licht bringen, die in Zukunft untersucht werden können, seien sie historischer (z. B. Steinhandel in der Antike) oder methodischer Art (z. B. Kalkstein-Provenienzanalyse).
DFG-Verfahren WBP Stelle
 
 

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