Detailseite
Akzeptanz- und Commitment-Therapie (ACT) versus kognitive Verhaltenstherapie (KVT) zur Behandlung von Progredienzangst bei Cancer Survivors und ihren Partner:innen (CARE-pilot): eine 2-armige randomisiert-kontrollierte Pilotstudie
Antragstellerin
Privatdozentin Dr. Christina Sauer
Fachliche Zuordnung
Persönlichkeitspsychologie, Klinische und Medizinische Psychologie, Methoden
Förderung
Förderung seit 2026
Projektkennung
Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 569352800
Progredienzangst (PA) ist eine der größten psychischen Belastungen von Krebsüberlebenden („Cancer Survivors“). PA beschreibt die Angst vor dem Fortschreiten einer Erkrankung oder eines Rezidivs und ist mit reduzierter Lebensqualität sowie weiteren psychischen Symptomen assoziiert. Etwa 60% der Cancer Survivors leiden unter PA, davon 20% unter starker PA. Auch die Angehörigen sind durch PA belastet, was sich wiederum negativ auf die Paarbeziehung sowie die Lebensqualität der Survivors auswirkt. Bislang mangelt es jedoch an evidenz-basierten psychoonkologischen Paarinterventionen, die sich auf die PA der Patient:innen/Survivors und Partner:innen fokussieren. Meta-Analysen weisen auf die Wirksamkeit von achtsamkeits- und akzeptanzbasierten Ansätzen wie der Akzeptanz- und Commitment-Therapie (ACT) zur Reduktion von PA hin. Im Gegensatz zur traditionellen Kognitiven Verhaltenstherapie (KVT), die u.a. darauf abzielt, Gedanken und Gefühle mittels kognitiver Umstrukturierung zu verändern, strebt die ACT eine Steigerung der psychischen Flexibilität an und fördert eine distanzierte, akzeptanzbasierte Haltung gegenüber Gedanken und Gefühlen sowie eine wert-orientierte Lebensausrichtung. Die empirische Evidenz der ACT in Bezug auf PA muss jedoch noch weiter untersucht werden. Die beantragte bizentrische Pilotstudie Coping with fear of cancer recurrence (CARE-pilot) adressiert diese Forschungslücken. CARE-pilot soll die Machbarkeit (feasibility) und erste Wirksamkeit (preliminary efficacy) einer ACT-Paarintervention im Vergleich zu einer KVT-Paarintervention zur Reduktion von PA bei ambulanten Cancer Survivors (definiert als Krebspatient:innen nach Abschluss der Primärbehandlung, deren Diagnose < 5 Jahre zurückliegt) und ihren Partner:innen untersuchen. 64 Paare, bei denen entweder Survivor, Partner:in oder beide eine erhöhte PA aufweisen, werden entweder in die ACT-Paarinterventionsgruppe (IG) oder die KVT-Paarinterventionsgruppe (aktive Kontrollgruppe, KG) randomisiert. Die Interventionen der IG und KG bestehen aus sechs psychotherapeutischen Sitzungen (vier Paarsitzungen und zwei Einzelsitzungen), deren Inhalte zwischen den Sitzungen in Online-Modulen intensiviert werden (blended care). Primärer Endpunkt der Machbarkeitsstudie ist die Verbleiberate (retention rate) und das Erreichen der Rekrutierungsziele. Zudem werden mittels standardisierter Instrumente Veränderungen in PA (primärer Endpunkt der vorläufigen Wirksamkeit), Lebensqualität und weiteren psychosozialen Variablen zum Post-Interventions-Messzeitpunkt sowie drei Monate nach Ende der Intervention erfasst. Die Feasibility-Studie stellt den ersten Schritt dar, um die Machbarkeit und Akzeptanz der Paarinterventionen im klinischen Alltag zu evaluieren. Ziel von CARE-pilot ist somit die Untersuchung der Machbarkeit sowie der vorläufigen Wirksamkeit einer ACT-Paarintervention im Vergleich zu einer KVT-Paarintervention zur Reduktion von PA bei Cancer Survivors und ihren Partner:innen.
DFG-Verfahren
Klinische Studien
Mitverantwortlich
Dr. Gregor Weißflog
