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Das sog. Tetrapylon in Aphrodisias. Der monumentale Zugang zum Aphrodite-Heiligtum und sein moderner Wiederaufbau

Fachliche Zuordnung Klassische, Provinzialrömische, Christliche und Islamische Archäologie
Förderung Förderung seit 2026
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 569956168
 
Das sog. Tetrapylon in Aphrodisias stellt einen Meilenstein in der Geschichte und Praxis der Anastylose antiker Monumente im Mittelmeerraum dar. Seine singuläre Bauform, seine Funktion als Zugang zum Tempelbezirk der Aphrodite von Aphrodisias machen es ebenso wie der moderne Wiederaufbau zu einem herausragenden Beispiel römischer Architektur des antiken Kleinasiens. Dennoch ist das Tetrapylon seit seiner Entdeckung in den frühen 1960er Jahren unpubliziert geblieben. Ziel des vorliegenden Projektes ist eine umfassende wissenschaftliche Publikation sowohl des antiken Bauwerks als auch seiner modernen Anastylose. Das Projektkonzept baut auf zwei Säulen auf: Dies ist zum einen die Untersuchung der originalen kaiserzeitlichen Struktur. Mit Hilfe der archäologischen Dokumentation und der baulichen Reste sollen offene Fragen zum Tetrapylon beantwortet werden. Dazu zählen Baugeschichte und Bauphasen ebenso wie die endgültige Klärung der Datierung und Einordnung des Gebäudes in die Entwicklungsgeschichte antiker Toranlagen. Zum anderen werden in der abschließenden Veröffentlichung die Maßnahmen der Anastylose sowie die seither durchgeführten Konservierungsmaßnahmen präsentiert. In diesem Rahmen werden nicht nur die durchgeführten Arbeiten beschrieben, sondern auch dem Wiederaufbau zugrunde liegende theoretische Konzepte und methodisch-technische Probleme diskutiert. Grundlage der Arbeit stellt die bislang unpublizierte Dokumentation der Ausgrabung, der Anastylose und der denkmalpflegerischen Maßnahmen dar. Der übergreifende Ansatz einer gemeinsamen Auswertung dieser unterschiedlichen Bereiche erlaubt es, die theoretische mit der praktischen Ebene zu verknüpfen. Dadurch liefert diese Studie über den konkreten Fall hinaus wesentliche Erkenntnisse im Bereich der antiken Baukonstruktion und –technik, die auf dem Weg theoretischer Untersuchungen allein nicht gewonnen werden könnten. Ebenso stellt die umfassende Analyse der modernen Anastylose ein Desiderat dar. Für ein derartiges Projekt wurden bisher weder Details der beim Wiederaufbau durchgeführten Arbeiten noch der anschließenden denkmalpflegerischen Maßnahmen in vollem Umfang vorgelegt. Dabei sei besonders betont, dass gerade die in den letzten Jahren zunehmende Popularität von Anastylosen, insbesondere in der Türkei, es umso notwendiger macht, aus früheren Projekten gewonnene Erkenntnisse der wissenschaftlichen Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Die Bedeutung dieser Erkenntnisse reicht weit über den Standort Aphrodisias und Kleinasien hinaus und berührt übergreifende Fragestellungen von Denkmalpflege, „site management“ und der Bewahrung kulturellen Erbes.
DFG-Verfahren Sachbeihilfen
 
 

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