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Die Triade Emotionsdysregulation, Schlafstörungen und neurologische Entwicklungsstörungen: Von der Symptominteraktion zur klinischen Subtypisierung

Antragstellerin Dr. Fateme Samea
Fachliche Zuordnung Kognitive und systemische Humanneurowissenschaften
Biologische Psychologie und Kognitive Neurowissenschaften
Förderung Förderung seit 2025
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 570745876
 
Kinder und Jugendliche zeigen häufig sich überschneidende Symptome von Emotionsdysregulation (ED), Schlafstörungen (SD) und neurologischen Entwicklungsstörungen (ND). Dies stellt die Grenzen konventioneller diagnostischer Kategorien in Frage. Traditionelle Klassifikationssysteme tendieren dazu, diese Symptome als voneinander getrennt zu betrachten und erfassen dabei oft nicht die dynamischen, individuellen Wechselwirkungen zwischen ihnen. Dieses Projekt verwendet einen dimensionalen, transdiagnostischen Ansatz, der auf den Research Domain Criteria (RDoC) basiert, um systematisch zu untersuchen, wie ED-, SD- und ND-Symptome interagieren und zur Variabilität der Symptompräsentation zwischen Individuen beitragen. Wir konzeptualisieren diese drei psychopathologischen Dimensionen als ein dynamisches trianguläres Netzwerk, in dem Störungen in einem Bereich kaskadenartig auf die anderen übergreifen und zu vielfältigen und heterogenen klinischen Profilen führen können. Mithilfe von Daten aus existierenden groß angelegten Kohorten von Kindern und Jugendlichen wird das Projekt sowohl Muster auf Bevölkerungsebene als auch individuelle Abweichungen in der Struktur der ED-, SD- und ND-Interaktionen kartieren. Durch die Modellierung dieser Interaktionen als personalisierte Netzwerke wollen wir ein tieferes, nuancierteres Verständnis kindlicher und jugendlicher Psychopathologie entwickeln – eines, das über kategoriale Diagnosen und Symptomzählungen hinausgeht. In einer zweiten Phase wird das Projekt latente Subtypen von Symptomprofilen bei Kindern und Jugendlichen identifizieren, die auf gemeinsamen ED–SD–ND-Interaktionsmustern basieren, und deren klinische sowie neurobiologische Relevanz untersuchen. Diese Subtypen werden anhand unabhängiger klinischer Stichproben validiert, um ihre Robustheit und translationale Relevanz zu bewerten. Durch den Transfer von allgemeinen Strukturmustern zu individuellen Interaktionsprofilen und klinisch relevanten Subtypen zielt das Projekt darauf ab, zu klären, ob personalisierte Symptom-Interaktionskarten die Heterogenität neurologischer Entwicklungsprofile klinisch valide abbilden können. Letztlich soll diese Subtypisierung zu präziseren Strategien für Früherkennung, Diagnostik und Intervention in der Kinder- und Jugendpsychiatrie beitragen.
DFG-Verfahren WBP Stelle
 
 

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