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Das Unheimliche - Endlichkeit und Erneuerung

Antragsteller Mihnea Octavian Chiujdea
Fachliche Zuordnung Geschichte der Philosophie
Förderung Förderung seit 2026
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 571277332
 
In Rahmen dieses Projekts wird eine bisher nicht gekannte philosophische Konzeption des Unheimlichen entwickelt. Zwar wurde der Begriff des Unheimlichen in anderen Forschungsbereichen bereits in erheblichem Umfang untersucht, doch wurden die Tiefe und der Bedeutungsreichtum des Konzepts in der Philosophie bisher nur unzureichend berücksichtigt. Die Leithypothese ist, dass ausschließlich normative Wesen, wie wir selbst, neben Angst, Furcht, Unbehagen oder Fremdheit, auch spezifisch das Unheimliche erleben können. Umgekehrt ist die Erfahrung des Unheimlichen eine spezifische Form der Beziehung zu unserer Existenz als normative Wesen. Ein angemessenes Verständnis des Unheimlichen hat daher das Potenzial, uns eine neue Perspektive auf unsere normative Existenz zu eröffnen und die Unsicherheit, Endlichkeit und Wandelbarkeit unseres Seins hervorzuheben. Methodisch schlage ich vor, diesen spezifischen Begriff des Unheimlichen und das entsprechende Verständnis von Normativität durch eine eingehende Analyse der Philosophie Martin Heideggers zu entwickeln. Während es viel Literatur gibt, die Heideggers Beitrag zu zur Philosophie der Normativität untersucht und sein gesamtes Denken im Lichte dessen interpretiert, haben Heidegger-Forscher*innen das Unheimliche oftmals zu kurz kommen lassen. Diesen Begriff zu erforschen gibt uns eine neue Perspektive sowohl auf Heideggers Philosophie als auch auf die Philosophie des Normativität. Mit dem Projekt werden drei thematische Ziele verfolgt, die sich in vier Forschungbereichen niederschlagen: Es wird 1. eine neue genuin philosophische Perspektive auf das Unheimliche liefern – einen wichtigen Begriff, der bisher auf die Kulturwissenschaftliche Analyse beschränkt war; 2. eine neue Lesart von Heideggers Beitrag zur Philosophie der Normativität entwickeln; 3. einen systematischen Beitrag zur Ontologie des Normativen leisten, insbesondere im Hinblick auf den Spielraum, den die Normativität und das produktive Potenzial des Unheimlichen zulassen; 4. die Ursprünge und das Wesen der ästhetischen Formen des Unheimlichen erhellen. Als Bilanz werde ich drei Artikel bei renommierten Fachzeitschriften einreichen, zwei Konferenzen/Workshops organisieren und einen Sammelband zur Veröffentlichung vorbereiten.
DFG-Verfahren Stipendium
Internationaler Bezug Großbritannien
 
 

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