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Zum Einfluss von Devisenmarktinterventionen auf Firmen
Antragsteller
Professor Dr. Lukas Menkhoff
Fachliche Zuordnung
Wirtschaftspolitik, Angewandte Volkswirtschaftslehre
Förderung
Förderung seit 2025
Projektkennung
Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 572088320
Devisenmarktinterventionen (DMI) sind ein häufig genutztes Instrument der außenwirtschaftlichen Stabilisierung von Volkswirtschaften. Ihre Wirkung auf den Wechselkurs ist theoretisch und empirisch gut belegt. Zu Wirkungen auf die Realwirtschaft jedoch gibt es bisher wenige Studien. Insbesondere die Folgen von DMI für Firmen sind bisher kaum untersucht. Vorliegende Arbeiten sind sehr selektiv was die DMI (oft sehr spezielle Umstände oder nicht identifiziert), berücksichtigte Firmen (fast nur große) oder die Wirkungskanäle (entweder Handels- oder Bilanzkanal) anbelangt. Hier ist viel Raum für umfassendere systematische Untersuchungen. Dazu möchte der vorliegende Antrag beitragen und drei empirische Arbeiten mit jeweils eigenem inhaltlichem Schwerpunkt und jeweils spezifischen Daten durchführen: Erstens wird die Wirkung von DMI auf börsennotierte (d.h. große) Firmen in einem Schwellenland (Kolumbien) analysiert. Hier werden DMI häufig genutzt, sie sind gut dokumentiert und ihre Wirkung lässt sich in vielen Fällen gut identifizieren. Diese Firmen sind oft exportorientiert und in Fremdwährung verschuldet, so dass DMI-induzierte Änderungen des Wechselkurses relevant sind. Zugleich ist die Datenlage vergleichsweise gut, um neben der Stärke der Wirkung auch die möglichen Kanäle von DMI zu analysieren (Handels- und Bilanzkanal). Für die volkswirtschaftlichen Wirkungen von DMI sind kleine und mittlere Firmen ebenfalls von großer Bedeutung. Allerdings ist unklar, welche dieser Firmen möglicherweise von DMI in welcher Form betroffen sein wird. Wieder für Kolumbien stehen hier monatliche Daten des Kreditregisters zur Verfügung, die zwar weniger detailliert als Informationen zu börsennotierten Firmen sind, aber immerhin auch eine Analyse der wichtigsten Übertragungskanäle von DMI erlauben. Drittens schließlich sollen DMI-Wirkungen auf Firmen einer fortgeschrittenen Volkswirtschaft untersucht werden. Hier bietet sich Japan mit seinen relativ häufigen DMI an. Die Identifikation von DMI kann auf früheren Arbeiten aufbauen und generiert eine monatlich Zeitreihe latenter DMI-Schocks. Diese wird aggregiert, um mit den Jahresdaten zu Firmen kompatibel zu sein. In Panelregressionen kann dann untersucht werden, wie sich DMI-induzierte makroökonomische Veränderungen in der wirtschaftlichen Situation von Firmen abbilden. Dies interessiert zum einen für Firmen im Durchschnitt, aber zum anderen auch für Firmen mit bestimmten Brachen- oder anderen Firmencharakteristika, um so heterogene Wirkungen zu erfassen.
DFG-Verfahren
Sachbeihilfen
