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Sie ist qualifiziert – also warum die Lücke? Über Zahlen hinaus: Eine kontextübergreifende qualitative Untersuchung des Paradoxons der geschlechtsspezifischen Kluft in der Finanzkompetenz.

Antragsteller Dr. Awais Malik, Ph.D.
Fachliche Zuordnung Erziehungswissenschaftliche Sozialisations- und Professionalitätsforschung
Förderung Förderung seit 2025
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 573723809
 
Dieses Projekt untersucht, warum gut ausgebildete und qualifizierte Frauen trotz starker fachlicher Kompetenzen häufig eine geringere Finanzkompetenz aufweisen als Männer. Im Fokus stehen insbesondere Frauen aus Pakistan, wobei untersucht wird, wie sich ihr finanzielles Wissen und ihre Entscheidungsprozesse in zwei sehr unterschiedlichen Ländern – Pakistan und Kanada – entwickeln. Finanzkompetenz bedeutet, persönliche Finanzen effektiv zu verstehen und zu managen – etwa für den Ruhestand zu sparen, ein Budget zu erstellen oder klug zu investieren. Obwohl dies für alle Menschen wichtig ist, zeigen Studien, dass Frauen weltweit – sowohl in Industrie- als auch in Entwicklungsländern – durchgehend niedrigere Werte in finanzieller Bildung erzielen als Männer. Besonders überraschend ist diese Diskrepanz bei hochgebildeten Frauen, was wichtige Fragen nach den bestehenden Barrieren und möglichen Unterstützungsmaßnahmen aufwirft. Das Projekt behandelt drei zentrale Aspekte: Ein wenig erforschtes Thema: Trotz vergleichbarer Qualifikationen und obwohl viele Frauen für finanzielle Entscheidungen verantwortlich sind, zeigen sie oft geringere Finanzkompetenz als Männer. Frühere Erklärungen wie mangelnde Bildung oder fehlende Verantwortung im Haushalt reichen nicht aus, um diese Lücke zu erklären. Kontext ist entscheidend: Frühere Forschung konzentrierte sich meist auf einzelne Länder, vorwiegend Industrieländer, und verwendete hauptsächlich quantitative Methoden. Diese Studie wählt hingegen einen qualitativen Ansatz – mit ausführlichen Interviews – um die Hintergründe weiblicher Finanzkompetenz besser zu verstehen. Durch einen kontextübergreifenden Vergleich von Frauen mit ähnlichem Hintergrund (gebildete und qualifizierte pakistanische Frauen), die in zwei verschiedenen Ländern leben (Pakistan und Kanada), wird untersucht, wie unterschiedliche gesellschaftliche und wirtschaftliche Kontexte finanzielle Bildung beeinflussen. Fokus auf reale Erfahrungen: Die Studie nutzt einen Ansatz namens konstruktivistische Grounded Theory, bei dem aus den realen Erfahrungen der Teilnehmenden direkt Theorien entwickelt werden. Im Mittelpunkt stehen die individuelle Bedeutung, die Frauen dem Thema Finanzen beimessen, die Herausforderungen, denen sie begegnen, und die Unterstützungsmaßnahmen, die ihnen auf ihrem finanziellen Weg – sowohl in Pakistan als auch nach ihrer Migration nach Kanada – helfen. Durch den Vergleich dieser beiden Gruppen will die Studie herausfinden: Welche Herausforderungen in Bezug auf Finanzkompetenz in beiden Ländern ähnlich sind und welche durch den jeweiligen lokalen Kontext geprägt werden. Wie individuelle Faktoren, kulturelle Werte, wirtschaftliche Systeme oder politische Rahmenbedingungen die finanzielle Bildung von Frauen beeinflussen. Welche Formen der Unterstützung – wie Bildungsangebote, digitale Tools oder politische Maßnahmen – Frauen helfen können, ihre Finanzkompetenz zu stärken.
DFG-Verfahren WBP Stipendium
Internationaler Bezug Kanada, Pakistan
 
 

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