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AdaptInfra Teilprojekt 4: Kirche, Diakonie und Zivilgesellschaft in ländlich-peripherenen Räumen Ostdeutschlands. Eine empirische Untersuchung infrastruktureller Adaptionsprozesse seit 1989

Fachliche Zuordnung Evangelische Theologie
Förderung Förderung seit 2026
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 547031340
 
Das vorliegende Forschungsvorhaben betrachtet kirchliche Praxis als Teil zivilgesellschaftlicher Infrastrukturen und fragt nach deren Adaptionsprozessen in ländlich-peripheren Räumen Ostdeutschlands seit 1989. Es untersucht diesen Gegenstand mithilfe empirischer, insbesondere ethnographischer Methoden und interpretiert deren Ergebnisse vor dem Hintergrund praktisch-theologischer Theoriebildung. Ziel ist es, einen Beitrag zu einem bislang nur ansatzweise erforschten Bereich der Praktischen Theologie zu leisten. Zugleich ist das Projekt eng mit den anderen Teilprojekten der interdisziplinären Forschungsgruppe "Adaptive Infrastrukturen der Daseinsvorsorge in ländlich-peripheren Räumen (AdaptInfra)" vernetzt. Der Begriff "kirchliche Praxis" wird dabei bewusst weit gefasst: Er umfasst beide großen christlichen Konfessionen sowie auch weitere christlich geprägte Organisationen, unabhängig von ihrer formalen Anbindung an die Kirchen. Dazu zählen beispielsweise Diakonie und Caritas im sozialen Bereich, konfessionelle Kindergärten, Schulen und Akademien im Bildungswesen oder Vereine, die sich etwa dem Erhalt von Dorfkirchen oder der kulturellen Belebung ländlicher Räume widmen. Das Projekt geht davon aus, dass kirchliche Praxis wesentlich durch ihre Selbstverortung innerhalb der Zivilgesellschaft geprägt ist - ebenso wie die Zivilgesellschaft selbst in vielen Bereichen vom Engagement kirchlicher Akteure mitgestaltet wird. In diesem Sinne wird kirchliche Praxis als exemplarischer Fall zivilgesellschaftlicher Infrastrukturen untersucht - und zwar im sowohl für die Kirchen als auch für die Zivilgesellschaft spezifischen Kontext Ostdeutschlands. Methodisch folgt das Projekt einem Mixed-Methods-Ansatz: Quantitative Daten zur Entwicklung kirchlich-zivilgesellschaftlicher Infrastrukturen werden mit qualitativen Interviews sowie ethnographischen Fallstudien kombiniert. Letztere konzentrieren sich auf sogenannte "soziale Orte", verstanden im Sinne von Claudia Neu, Berthold Vogel, Jens Kersten als jene lokalen Knotenpunkte, an denen die infrastrukturellen Hintergrundnetze der Zivilgesellschaft sichtbar und wirksam werden. Als Untersuchungsregion ist der ländliche Raum Vorpommerns vorgesehen. Zentrale Fragestellungen sind: Wie haben sich kirchlich-zivilgesellschaftliche Infrastrukturen seit 1989 in Ostdeutschlands ländlichen Räumen verändert? Welche Akteure und Dynamiken prägen diese Entwicklungen? Und was lässt sich daraus für eine allgemeine Theorie adaptiver Infrastrukturen der Daseinsvorsorge lernen?
DFG-Verfahren Forschungsgruppen
 
 

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