Detailseite
Projekt Druckansicht

AdaptInfra Teilprojekt 5: Adaptionsprozesse der medizinischen Versorgungslandschaft in ländlich-peripheren Räumen am Beispiel der Region Vorpommern – eine Analyse auf Basis einer Multimethodenmodellierung

Fachliche Zuordnung Public Health, Gesundheitsbezogene Versorgungsforschung, Sozial- und Arbeitsmedizin
Förderung Förderung seit 2026
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 547031340
 
Die Anpassung der Struktur der medizinischen Leistungserbringer an veränderte strukturelle und regionale Rahmenbedingungen ist ein komplexer Prozess mit verschiedene Zieldimensionen und -gruppen, für den bislang keine systematischen Erkenntnisse über die notwendigen Adaptionsprozesse vorliegen. Ziel dieses Projektes ist deshalb eine Analyse der Änderungen der adaptiven Infrastruktur einer regionalen medizinischen Versorgungslandschaft, um hieraus grundlegende Erkenntnisse über Planungs-, Entscheidungs- und Adaptionsprozesse kritischer Infrastruktur zu treffen. Hierfür wird ein hybrides Simulationsmodell entwickelt und parametrisiert, um die Adaption der Infrastruktur zu analysieren, prognostizieren und den Einfluss relevanter Determinanten quantitativ bewerten zu können. Auf dieser Grundlage wird die Entwicklung einer regionalen medizinischen Versorgungsstruktur mit einer Balance zwischen Versorgungssicherheit und ökonomischer Effizienz ermittelt. Somit wird analysiert, wie sich die Veränderung bestimmter Parameter der Versorgungslandschaft und der Bevölkerung auf die Adaption der Versorgungsinfrastruktur sowie maßgebliche Systemgrößen für Leistungserbringer und Bevölkerung auswirken, z.B. die Einflüsse aktueller Reformen des Gesundheitswesens. Hierbei wird sowohl die institutionelle Seite als auch die individuelle Nachfrage betrachtet. Im Anschluss wird der Einfluss der adaptierten Versorgungslandschaft auf die Bevölkerung untersucht. Für den Aufbau eines dynamischen Simulationsmodells werden ein System Dynamics (SD) und ein agentenbasiertes Modell (ABM) kombiniert (Multimethodenmodellierung). SD-Modelle erlauben eine flexible Simulation mit Feedbackprozessen, die jedoch stets auf größere Compartments beschränkt bleibt. ABM ermöglichen die Modellierung unabhängig handelnder Individuen, die in Interaktion das Gruppenverhalten prägen, können jedoch keine kompletten, interdependenten Systeme aus zahlreichen Elementen abbilden. Durch die Integration der beiden Modellierungsmethoden werden die Vorteile des jeweiligen Ansatzes kombiniert und die Nachteile überwunden. Für die Multimethodenmodellierung wird der Anpassungsprozess parallel auf individueller Ebene, auf Gruppenebene und auf Ebene des Steuerungssystems durch ein verbundenes SD und ABM modelliert. Der Multimethodenansatz berücksichtigt materielle, institutionelle und personelle Dimensionen des Adaptionsprozesses von Infrastruktur und bildet den ko evolutionären Entwicklungsprozess dieser Dimensionen ab. Mit Hilfe des Modells werden Szenarien berechnet, die ein Verständnis der bereits stattgefundenen Anpassungsprozesse sowie eine Prognose in die Zukunft erlauben, so dass generelle Erkenntnisse über die Dynamik von Anpassungsprozessen im Spannungsfeld von Betriebslogik und politischem Prozess gewonnen werden können, die eine Grundlage für zukünftige regionale und integrierte Planungsprozesse bilden können.
DFG-Verfahren Forschungsgruppen
 
 

Zusatzinformationen

Textvergrößerung und Kontrastanpassung