Human Generative Drive in the AI-Opaque Workplace (GAIO)

Antragstellerin Professorin Dr. Marina Fiedler
Fachliche Zuordnung Operations Management und BWL-spezifische Wirtschaftsinformatik
Förderung Förderung seit 2026
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 574128993
 

Projektbeschreibung

KI-Systeme (KI) verbreiten sich zunehmend am Arbeitsplatz. Ein zentrales Element von KI ist ihre Opazität. Diese ergibt sich durch drei Quellen: bewusste Verschleierung der KI-Anbieter, technische Wissenslücken der Nutzer sowie kognitive Diskrepanz, d.h. die Unfähigkeit menschlichen Denkens, mit der Hochdimensionalität mathematischer KI-Modelle umzugehen. Dieses Projekt untersucht, wie KI-Opazität den menschlichen Schaffensdrang beeinflusst, die Fähigkeit und Motivation, neuartige, sinnstiftende und kontextuell relevante Arbeitsbeiträge zu leisten. Wenn Menschen KI-Outputs nicht verstehen, daraus lernen oder darauf aufbauen können, erodiert ihr Gefühl der Urheberschaft, ihre Bereitschaft zur kritischen Reflektion und ihre kreative Problemlösungsfähigkeit. Nach der Problematisierungsmethode von Sandberg und Alvesson (2011) hinterfragt das Projekt drei problematische Annahmen der aktuellen Forschung: 1) KI-Opazität integriert sich nahtlos ohne Auswirkungen auf den menschlichen Schaffensdrang, 2) Transparenzmethoden wirken universell ähnlich auf den Schaffensdrang und 3) technische Lösungen sind ausreichend, um Transparenz herzustellen. Das Projekt verfolgt dementsprechend die folgenden Ziele: 1) Untersuchung wie die drei Opazitätsquellen den menschlichen Schaffensdrang beeinflussen. 2) Analyse wie verschiedene Transparenzmethoden (technische XAI, organisationale, edukative) diese Beziehungen moderieren und 3) Entwicklung integrierter sozio-technischer Interventionen zur Erhaltung des menschlichen Schaffensdrangs. Die Untersuchung dieser Ziele erfolgt durch ein 36-monatiges Mixed-Methods-Design mit drei aufeinander aufbauenden Arbeitspaketen: Das erste Arbeitspaket umfasst ethnographische Beobachtungen und 30 Interviews in drei Partnerorganisationen (Siemens, Netcentric, Beutlhauser), um die Opazitäts-Schaffensdrang Beziehungen zu identifizieren. Das zweite Arbeitspaket widmet sich mit Hilfe von Interviews, einer Zwei-Wellen-Befragung (n=350) und Laborexperimenten (n=180) der Analyse moderierender Transparenzeffekte auf den Schaffensdrang. Das dritte Arbeitspaket entwickelt mittels des Design Science Research Ansatzes drei bis fünf integrierte Transparenzinterventionen, um so den menschlichen Schaffensdrang zu unterstützen. Die Projektergebnisse liefern fundierte Erkenntnisse zu differenziellen Transparenzeffekten je nach Opazitätsquelle und deren Einfluss auf den menschlichen Schaffensdrang. Das entwickelte Toolkit ermöglicht Organisationen die praktische Umsetzung evidenzbasierter Transparenzstrategien. Geplante Publikationen in führenden Journals sichern den wissenschaftlichen Einfluss. Damit trägt das Projekt entscheidend zum Erhalt menschlichen Schaffensdrangs in KI-Arbeitsumgebungen bei.
DFG-Verfahren Sachbeihilfen