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AdaptInfra Teilprojekt 7: Ausbau, Umbau und Anpassung Grüner Infrastruktur in ländlich-peripheren Räumen – eine soziotechnisch-ökologische Analyse der Adaptionsprozesse am Beispiel von Natura 2000 und Mooren in Mecklenburg-Vorpommern

Fachliche Zuordnung Agrarökonomie, Agrarpolitik, Agrarsoziologie
Humangeographie
Städtebau/Stadtentwicklung, Raumplanung, Verkehrs- und Infrastrukturplanung, Landschaftsplanung
Förderung Förderung seit 2026
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 547031340
 
Ländlich-periphere Räume stehen zunehmend im Zentrum von Transformationsprozessen. Der gesellschaftliche Anspruch an diese Regionen, zugleich zur Lösung der Klima- und Biodiversitätskrise beizutragen und eine verlässliche Nahrungsmittel-, Rohstoff- und Energieversorgung zu sichern, hat sich durch EU-Strategien wie den Green Deal erheblich intensiviert. Natura 2000 Schutzgebiete und wiedervernässte Moore werden im Rahmen des Teilprojekts 7 als Grüne Infrastruktur definiert, die als naturnahe Systeme vielfältige Ökosystemleistungen erbringen. Gleichzeitig führt die Expansion dieser Gebiete häufig zu Nutzungskonflikten vor Ort. Besonders in ländlich-peripheren Räumen zeigen sich Spannungsverhältnisse zwischen lokalen Interessen, politischen Zielvorgaben und ökologischen Notwendigkeiten. Damit rücken Fragen nach gesellschaftlicher Akzeptanz, institutionellen Anpassungen und planerischen Steuerungsmöglichkeiten in den Fokus. Vor diesem Hintergrund stellt sich die zentrale Forschungsfrage: Was kennzeichnet Natura 2000 und Moore als grüne Infrastrukturen der Daseinsvorsorge in ländlich-peripheren Räumen und wie lassen sich Adaptionsprozesse auf unterschiedlichen räumlichen und zeitlichen Skalen im Mehrebenensystem der Europäischen Union verstehen, bewerten und gestalten? Das Teilprojekt verbindet theoretische Ansätze aus der Sozial-ökologischen Systemforschung, Systemdynamik und Governance-Forschung zu einem erweiterten Verständnis von grüner Infrastruktur als soziotechnisch-ökologische Infrastrukturen. Methodisch wird ein Mixed-Methods-Ansatz verfolgt, der Dokumentenanalysen, GIS-basierte Analysen und qualitative Fallstudien integriert. Die Untersuchung erfolgt in sechs Arbeitspaketen entlang des Mehrebenenmodells der Forschungsgruppe. Dabei erfolgt die Erarbeitung von der konzeptionellen Fundierung über Makro- und Mesoanalysen, bis hin zur Microanalyse anhand von drei Fallstudien in der Region Vorpommern. Außerdem widmet sich das Projekt innerhalb der Forschungsgruppe AdaptInfra dem Querschnittsthema "Planungs- und Partizipationsprozesse". Damit schließt das Teilprojekt die Forschungslücken zur Charakterisierung und Entwicklung Grüner Infrastrukturen in ländlich-peripheren Räumen. Es leistet sowohl theoretisch-konzeptionell als auch empirisch einen Beitrag zum Verständnis von Governance, Adaption und Transformationspfaden Grüner Infrastrukturen im europäischen Mehrebenensystem. Die Erkenntnisse fließen in die übergreifende Synthese und Modellierung der Forschungsgruppe ein und liefern Empfehlungen für eine effektive, konfliktarme und adaptive Gestaltung Grüner Infrastruktur in ländlich-peripheren Regionen.
DFG-Verfahren Forschungsgruppen
 
 

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