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Glazial-Interglaziale Klimadynamik im subantarktischen östlichen Südpazifik seit dem späten Miozän – hochauflösende Temperaturrekonstruktionen während der letzten 8 Mio Jahre - ClimPact
Antragstellerin
Dr. Antje Wegwerth
Fachliche Zuordnung
Geologie
Förderung
Förderung seit 2026
Projektkennung
Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 574760954
Der antarktische Zirkumpolarstrom (ACC) ist das weltweit mächtigste Strömungssystem, das die drei Ozeane verbindet und die globale Klimavariabilität beeinflusst. Erkenntnisse zum Klima des Neogens basieren hauptsächlich auf Sedimentkernen aus dem Südatlantik, Indik und westl. Südpazifik. Klimaarchive aus dem Südostpazifik (SOP) decken nur die letzten 0.7 Ma ab, obwohl diese Region eine Schlüsselrolle für die Strömung entlang des ACC durch die Drake Passage spielt und dabei die globale Umwälzströmung und das Klima beeinflusst. Im Projekt ClimPact ist es das Ziel unser Verständnis der Atmosphäre-Ozean-Kryosphäre-Dynamik seit dem späten Miozän im SOP und ihre Rolle für das regionale und globale Klima zu erweitern. Hierfür nutzen wir einen Sedimentkern, der während der IODP-Exp. 383 im nördlichen ACC-System erbohrt wurde, um Meeresoberflächentemperaturen zu rekonstruieren (SST). Im Rahmen bisheriger Studien erhielten wir einen SST-Datensatz in einer Auflösung von 25 ka, der ausgeprägte Veränderungen im Klimasystem widerspiegelt. Diese beinhalten z.B. die globale Abkühlung seit dem späten Miozän, wiederkehrende 0.4 Ma lange Abkühlungsperioden, die mit verstärkten ACC Intentsitäten einhergehen sowie eine ausgeprägte Dynamik im Patagonischen Eisschild (PE). Während des beantragten Projekts wird es unser Ziel sein einen kontinuierlichen SST-Datensatz mit einer Auflösung von 3.5 ka erstellen, um (i) den Einfluss von Änderungen der SST Gradienten auf die ACC Stärke während Glazial-Interglazial Zyklen abzuschätzen. Damit werden wir dem Verständnis des Einflusses der latitudinalen Frontendynamik und der zonal getriebenen SW-Winde auf die ACC Intensität während Glazial-Interglazial (G-IG) Zyklen in Warm- und Kaltphasen näherkommen. Wir möchten außerdem die Frage lösen, weshalb die ACC Intensität während der Interglaziale der letzen 1 Ma und während der längeren Kaltphasen seit dem späten Miozän erhöht war. Ebenfalls wird sich zeigen, ob die ACC Intensität während der Inzerglaziale in längeren Warmphasen erhöht war. Mithilfe zusätzlicher Proxys werden wir die G-IG Variabilität des PE und dessen Einfluss auf die Produktivität rekonstruieren. Das Projekt wird durch Zeitreihenanalysen komplettiert, bei denen die Kopplung der orbitalen Zyklen der an Klima- und Umwelbedingungen im Ozean-Atmoshere-Kontinent System abgeschätzt wird. Die Ergebnisse werden wichtige Informationen zum zeitlichen Ablauf und zu den Wechselwirkungen der Klima- und Umweltveränderungen zwischen dem SOP und Patagonien liefern.
DFG-Verfahren
Sachbeihilfen
Mitverantwortliche
Professor Dr. Helge W. Arz; Dr. Jerome Kaiser; Dr. Frank Lamy
